In der Burg Loburg soll wieder Leben einziehen. Der Turm ist frisch verfugt und der Ortschaftsrat arbeitet an einer neuen Nutzungs- und Gebührensatzung für die historische Stätte am Ortseingang.

Loburg l Die Verfugung des Loburger Burgturmes ist abgeschlossen worden. Vorgestern wurde mit dem Abbau des Gerüstes begonnen. Erklärtes Ziel der Baufirma war gewesen, mit den Arbeiten vor den Feierlichkeiten zum 1050-Jahr-Jubiläum fertig zu werden. Doch auch weiterhin laufen Bauarbeiten in dem historischen Gemäuer. Mitglieder des "Loburger Wegs" und weitere Ehrenamtliche legen derzeit im Haupthaus der Burg kräftig Hand an. Der Verein ist nach einem kürzlich gefasstem Beschluss des Ortschaftsrates Loburg alleiniger Nutzer der Burg (Volksstimme berichtete).

Im Ortschaftsrat wurde nun in dessen jüngster Sitzung über den weiteren geplanten Umbau der Räumlichkeiten informiert. So sollen mehrere Zwischenwände im Erdgeschoss herausgerissen werden, um so einen größeren Raum für Festlichkeiten zu schaffen. Entsprechende Anträge wurden bei der zustängigen Denkmalbehörde gestellt, sie sind aber noch nicht genehmigt worden. Darüber informierte Loburgs Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann am vergangenen Montagabend.

Man stütze sich bei den derzeitig laufenden Aktivitäten auf ein im Jahr 2011 erarbeitetes Konzept des "Arbeitskreises Burganlage Loburg", wonach Zwischenwände von fünf Räumen entfernt werden sollten, um einen Raum von etwa 95 Quadratmetern zu schaffen. Er soll 30 bis 40 Personen Platz bieten.

"Ziel ist es, die Räumlichkeiten bis Mitte Juni ehrenamtlich und unter fachlicher Begleitung herzurichten, um eine Nutzung zur 1050-Jahr-Feier zu ermöglichen, hieß es in der Loburger Ratssitzung. Doch den besagten Ehrenamtlichen läuft die Zeit davon. Sie dürfen nicht anfangen, so lange die Genehmigungen der Denkmalschutzbehörde nicht vorliegen. Zu Verzögerungen sei es gekommen - so Bernd Wünschmann - weil als Bauherr zunächst er angegeben worden war, dies aber geändert werden sollte. Im geänderten Antrag steht nun der Name des Stadtbürgermeisters Frank von Holly. Die Burg befindet sich im Eigentum der Stadt Möckern und wird von der Wohnungsbaugesellschaft verwaltet.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt diskutierten die Loburger Ortschaftsräte über eine Entgeltsatzung für die Burganlage. Jedoch lag den Ratsmitgliedern am Sitzungsabend lediglich ein Entwurf vor, der laut Ortschef Wünschmann schon wieder überarbeitet worden war. Dazu erklärte Bernd Wünschmann auf Volksstimme-Anfrage: "Die aktuelle Gebührensatzung wurde 2008 erstellt, aber in der Vergangenheit so gut wie nicht angewandt." Die neu erarbeitete Gebührenordnung sei derzeit noch ein Arbeitspapier, sie werde weiter bearbeitet und soll erst in der kommenden Ortschaftsratssitzung Tagesordnungspunkt mit Beschluss werden.

Zu dem vorliegenden Satzungsentwurf äußerte sich der Hauptamtsleiter der Stadt Möckern, Holger Maier, in seinen "Anmerkungen zum Entwurf der Entgeltsatzung". Darin heißt es: "Der vorliegende Entwurf bleibt bei dem notwendigen Regelungsinhalt deutlich hinter der bestehenden Ordnung zurück. Insbesondere mangele es an Regelungen zur Vermeidung beziehungsweise Bewältigung von Konfliktsituationen.

Aus dem am Montag vorliegenden Entwurf ging etwa nicht hervor, wer die Burg für welche Zwecke tatsächlich wird anmieten können. Unterschieden wird hier nur nach Einwohnern der "Stadt Loburg" und "Auswärtigen". Ob und wie zum Beispiel verhindert werden soll, dass die Burg an extremistische politische Gruppen vermietet werden kann, geht aus den bislang vorliegenden Entwürfen nicht hervor.