Unter der Kirche von Hohenwarthe könnte sich eine Gruft oder ein Gang befinden. Das lässt der ungewöhnliche Verlauf einer Schädlingsbekämpfung vermuten.

Von Thomas Rauwald

Hohenwarthe l Vor einigen Tagen ist die Aktion zur Vernichtung von Holzwürmern in der Kirche von Hohenwarthe (Volksstimme berichtete) abschlossen worden. Das Gotteshaus ist dazu von einer Dresdner Fachfirma luftdicht mit Folie verpackt worden. Drei Tage lang musste ein spezielles Gas auf die Larven der Insekten einwirken.

Begasungsleiter Marco Müller hatte nach der Aktion und der gründlichen Lüftung der Kirche die Schlüsselgewalt wieder an die Vorsitzende des örtlichen Gemeindekrichenrates Silva Bergmann zurück gegeben.

Dabei hatte der junge Mann sehr ungewöhnliche Informationen. Er sprach von einem ganz außergewöhnlichen Verlauf der Begasung, den er so noch nie festgestellt hatte. Zeigt die Aufzeichnungskurve des Vorgangen normalerweise einen gleichmäßigen, ruhigen Verlauf, zeigten sich in Hohenwarthe auf der Kurve große Ausschläge. "Solche Piekse nach oben und unten habe ich noch nie gesehen", sagte Marco Müller. Zunächst konnte er sich das auch nicht erklären. Für eine gewisse Zeit verschwand das Gas aus der verpackten Kirche, und wenig später war es wieder da.

Marco Müller, der in Oschersleben geboren wurde, nutzte die Tage in Hohenwarthe, um sich die Gegend anzuschauen. Er war auch an der Doppelsparschleuse. "Tolle Sache", so sein Urteil. Als er wieder einige Zeit später in seiner Unterkunft per Laptop die Begasung kontrollieren wollte, stellte er fest, dass die Ausschläge genau mit der Zeit der Schleusungen übereinstimmen. Das überprüfte er auch an der Schleuse in Rothensee.

Offenbar, so Müllers Vermutung, gibt es unter der Kirche eine Gruft oder einen Gang, die im Wasser liegen. Das Hin- und Herpumpen der rund 3600 Kubikmeter Wasser an den Schleusen würden über Elbe und Mittellandkanal und das Grundwasser wirken und zu ganz minimalen, aber eben doch mit den feinen Instrumenten messebaren Druckveränderungen führen.

Silva Bergmann weiß von alten Überlieferungen. Es werde immer wieder mal davon gesprochen, dass vermutet wird, es gäbe unter der Kirche einen Gang bis nach Magdeburg. Im hinteren Bereich der Kirche befinde sich auch eine Senke im Boden, als ob es dort einmal einen Zugang zu einem Kirchenkeller gegeben habe.

Ob unter der Kirche wirklich etwas verborgen ist, ließe sich durch eine Untersuchung mit eine Bodenradar per Echoortung feststellen, meinte Marco Müller.

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