Die reparierte Bronzeglocke der Dalchauer Kirche ist wieder an ihrem Platz. Mitarbeiter einer Berliner Glocken- und Turmuhrenfirma hievten sie am zurückliegenden Freitagvormittag wieder den Kirchturm hoch.

Dalchau l Im Juni 2014 hatten die Mitarbeiter Andreas Kupsch und Henry Lösche die gut 450 Kilo schwere Dalchauer Bronzeglocke (Durchmesser: 96,5 Zentimeter) unter viel Mühen den Turm hinuntertransportiert. Denn zwei Risse durchliefen den oberen Teil der barocken Glocke, auch Schäden an der Aufhängung sowie am Joch mussten behoben werden. Das Glockenschweißwerk von Hans Lachenmayer in Nördlingen übernahm diese Aufgabe. Seit einigen Wochen schon ist die Glocke wieder zurück in Dalchau. Am Ende der vergangenen Woche galt es nun für Kupsch und Lösche, das gute Stück auf dem selben Weg wieder nach oben zu bringen. Mit Ketten und Seilzügen und öfteren Seitenwechseln im Gebälk gelang das Unterfangen.

Fest zu Ehren der Jutta von Sangershausen

Nun hängen sie wieder zu zweit unterm Kirchturmdach: die reparierte, im Jahr 1705 von Johann Gottfried Wentzel aus Magdeburg gegossene Bronzeglocke und eine fast gleich große gusseiserne Kollegin.

Mit einem Gottesdienst mit Glockenweihe soll am 7. Juni um 10 Uhr die Rückkehr der Glocke gefeiert werden. Von einem "Jutta von Sangerhausen Fest" ist im Gemeindebrief die Rede. Im Rahmen der Zeppernicker Kulturreihe "Sommerkirche" ist für den Nachmittag auch ein Konzert geplant.

Großzügige Spenderin erlebt Weihe nicht mehr

Sechs Jahre hatte die Gemeinde für die Reparatur gesammelt, der Kirchenkreis beteiligte sich mit 3000 Euro. Die Gesamtkosten lagen bei über 19 000 Euro.

Maßgeblichen Anteil daran, dass die Reparatur der Dalchauer Glocke überhaupt in Angriff genommen wurde, hatte die Dalchauerin Elisabeth Adolph. Sie hatte die Restauration angeregt und auch einen großen Teil der benötigten Kosten zur Verfügung gestellt. "Ohne Elisabeth Adolph hätte Dalchau keine neue Glocke", sagt der Vorsitzende des örtlichen Gemeindekirchenbeirates Frederik Almeling.

Elisabeth Adolph hatte sich gewünscht, dass die reparierte Glocke einmal zu ihrer Beerdigung läuten solle. Ihr Wunsch sollte sich nicht mehr erfüllen, die Dalchauerin starb im vergangenen Jahr, kurz nachdem die Glocke abgeholt wurde. Im Mai wäre Elisabeth Adolph 80 Jahre alt geworden.