Der Bildungsausschuss des Landkreises ist begeistert von der Idee, das Museum im Genthiner Kreishaus unterzubringen. Lichtdurchflutete Räume und eine größere Ausstellungsfläche würden für sich sprechen. Doch um das umzusetzen, bedarf es noch einige Umbauarbeiten.

Genthin l Das alte Museumshaus in der Genthiner Mützelstraße soll erhalten bleiben. Darin sind sich alle Ausschussmitglieder einig. Eine Sanierung würde den Kostenrahmen wohl sprengen. Kreisvorstand Bernd Girke spricht von einem Betrag im Millionenbereich. Es gibt keinen baulichen Brandschutz. Dafür wären zwei abgeschlossene Treppenhäuser nötig. Das Dachgeschoss ist für den Besucherverkehr bereits gesperrt. "Der Handlungsbedarf besteht akut. Wir müssten hier ein sicheres Haus schaffen", so Girke. Von der Verwaltung wird daher der Umzug in das wenige hundert Meter entfernte Kreishaus empfohlen. Zumindest für den großen Publikumsverkehr. Das Archiv und bestimmte Magazine sollen im alten Kreismuseum bleiben.

Das trifft bei den Ausschussmitgliedern bei der Begehung am Dienstagabend auf Begeisterung. Lichtdurchflutet, hohe Räume, mehr Ausstellungsfläche - "Es hat was", sagt Ausschussmitglied Andreas Dertz (FDP/WG/FW). Aber genau die großen, hellen Räume stellen für die Museumsleiterin Antonia Beran ein Problem dar. "Als erstes müssten wir hier den Raum abdunkeln, damit unsere ganzen Originale auch erhalten bleiben. Wir haben hier mit dem Klima und den Temperaturen ein großes Problem", sagt sie bei der Begehung. Eine Herausforderung, der man sich aber laut Kreisverwaltung stellen will. "Für diesen Raum gilt es jetzt Ideen zu entwickeln", so Amtsleiter Henry Liebe.

Der neue Raum könne doch als Basis für ein neues Ausstellungskonzept dienen. "Wir müssen das Museum mit den alten Sachen der jüngeren Generation anpassen. Die neuen Räume könnten eine Chance sein, ein Konzept Museum 2020 auf die Beine zu stellen", schlägt Dertz vor. "Ich bin schon jetzt begeistert und überzeugt davon, dass es ein Schritt nach vorne ist für unser Museum." Auch Otto Voigt (SPD) zeigt sich begeistert von der neuen Alternative. "Das Gebäude ist super und bietet optimale Voraussetzungen. Im alten Gebäude sind es doch sehr enge und kleine Räume." Der Standort Genthin für das Kreismuseum sei gut und es sei sinnvoll, das Kreishaus zu nutzen. "Wenn wir Mittel einsparen können für ein besseres Objekt, dann sollten wir das nutzen", so Klaus Bock (FDP/WG/FW). "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es kein Kreismuseum mehr gibt. Wir haben aber gesehen, dass es Veränderungen geben muss, dann sollen das aber bitte schön auch gleich Verbesserungen sein", betont Ausschussvorsitzender Hartmut Dehne (CDU).

Kurzzeitig wurde nämlich über den Standort nachgedacht. Ein Konzept für das Kloster Jerichow werde derzeit gar erstellt. "Das wird aber keine Konkurrenz zum jetzigen Museum darstellen. Die Sachen, die eher zum Kloster passen, sollen dann vielleicht dorthin verlegt werden. Hier geht es um eine Kooperation und nicht um ein Wegnehmen", erklärt Girke. Eine weitere Option war ein Flachbau beim Stadtkulturhaus, doch aufgrund der noch höheren Investition wurde diese Variante hinten angestellt. Fakt ist, dass das alte Haus in der Mützelstraße saniert werden muss. "Wir leben hier in einem Risiko und müssten den Brandschutz dringend anpassen", erklärt der Kreisvorstand. Eine Klasse mit 30 Kindern könne schon jetzt nicht mehr in die oberen Ausstellungsräume gebracht werden. Dass das alte Haus dabei erhalten bleibt, sei nicht in Frage gestellt, betont der Kreisvorstand wiederholt.

"Die Entfernung zwischen den beiden Stätten ist günstig", sieht auch die Museumsleiterin ein. Sie weiß auch um die Probleme im alten Haus. Sehr viel Feuchtigkeit in den Etagen, keine Barrierefreiheit, kein richtiger Eingangsbereich für Besucher. Dennoch hat man sich jetzt dort, auch mit dem Anbau, eingerichtet. Alles hat seinen Platz. "Ich bin glücklich über die Zustimmung, dass das Museum weiter Bestand haben soll. Dennoch bedarf es einige Veränderungen im Kreishaus, damit es den Anforderungen eines Museums gerecht wird", sagt Beran. Schwierig wird zudem, zwei Standorte mit der Leiterin alleine zu bespielen. "Es reicht ja nicht aus, eine Sammlung zu haben. Die muss natürlich auch entsprechend gepflegt werden", erklärt die Museumsleiterin. Ihrer Meinung nach müssten die Räume im Kreishaus gänzlich verändert werden. Es fange mit dem Verdunkeln an. Auch die größere Ausstellungsfläche (von 400 auf 650 Quadratmeter) sieht sie noch mit gemischten Gefühlen. "Ich werde in diesem großen Raum alles zustellen müssen, um alle Objekte unterzubekommen", erklärt sie.

In den nächsten Tagen wird sie sich mit Klimastudien und Temperaturuntersuchungen im Kreishaus beschäftigen. Denn: "Ein Museum lebt von seinen Originalen und die müssen auch entsprechend geschützt werden."

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