Enttäuscht, dass sich seit der Ankündigung eines Kompromisses Mitte April in Sachen Fahrstühle für die Völkerfreundschaft nichts getan hat, zeigte sich die gleichnamige Bürgerinitiative. Auf der Sitzung des Hauptausschusses kündigte sie eine Demonstration an.

Gommern l Mitte April hatte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos) auf der Sitzung des Wirtschafts-, Finanz- und Tourismusausschusses einen Kompromiss in Aussicht gestellt, der die Fahrstühle an den Aufgängen in der Max-Plack-Straße, umgangssprachlich Völkerfreundschaft genannt, ermöglichen soll.

Hintergrund: Die Wohnungsgenossenschaft Glückauf benötigt für den Anbau der Fahrstühle Grund und Boden von der Wohnungsgesellschaft Gommern. Die wollte bislang weder verkaufen noch ein Nutzungsrecht einräumen.

Am Mittwochabend äußerte sich Helmut Müller, Sprecher der Bürgerinitiative Fahrstühle für die Völkerfreundschaft, in der Einwohnerfragestunde des Hauptausschusses alles andere als erfreut, dass die Wohnungsgesellschaft in den vergangenen zweieinhalb Wochen keinen Kontakt zu Glückauf aufgenommen hat, man also keinen Schritt weiter gekommen ist.

Auch der Kompromissvorschlag fand bei Helmut Müller keinen Anklang. Dieser sehe vor, erklärte er vor dem Hauptausschuss, dass die Wohnungsgesellschaft - eine hundertprozentige Tochter der Stadt - der Wohnungsgenossenschaft ein Nutzungsrecht für die benötigten Flächen einräume, wenn die Genossenschaft dort keine Wohnungen an Mieter der Wohnungsgesellschaft vergibt. Einen "Skandal" nannte Helmut Müller diese Forderung. "Das setzt der ganzen Problematik die Krone auf."

Wenn die Baulasteintragung nicht bis zum 15. Juni erfolge, stellte Helmut Müller den Antrag der Bürgerinitiative vor, den er im Anschluss an Margrit Peters (CDU), Vorsitzende des Stadtrates, überreichte, werde die Bürgerinitiative zu einer Demonstration aufrufen und dazu so viele Medien wie nur möglich einladen.

Die Mitglieder des Hauptausschusses hatten sich auf Anregung von Jens Hünerbein schon vor der Einwohnerfragestunde darauf verständigt, die Fahrstuhproblematik im nichtöffentlichen Teil zusätzlich auf die Tagesordnung zu nehmen.

Die BI war mit zehn Mitgliedern zur Sitzung des Hauptausschusses im Beratungsraum des Rathauses erschienen.