Am Herrentag ziehen die Männer - und nur die Männer - feierlich umher. Denkste! Schon lange bleiben die Frauen nicht mehr zuhause sitzen, sondern machen sich ebenfalls auf, an Christi Himmelfahrt etwas zu erleben.

Gommern l "Wer will denn da bei den Männern mit", sagt Edeltraud Ehlert lachend. Sie, vier andere Damen und zwei Kinder, sind gestern unterwegs - ohne Männer. An der Straußenfarm in Nedlitz treffen sie sich, danach geht es nach Möckern. "Dort treffen wir wieder auf unsere Männer. So machen wir das immer", erzählt sie. Der Vormittag ist Geschlechter-getrennt und am Abend herrscht wieder die gemischte Gemeinschaft. Das finden sie auch gut so. Ebenso sehen das Bärbel und Sandra Neils. Mutter und Tochter sind mit Freundin und Kindern gestern ebenfalls allein unterwegs. "Die Männer sollen mal ihrs machen, wir machen hier unsere Runde. Da haben wir wenigstens unsere Ruhe", geben die beiden Auskunft.

Der Herrentag also als heimlicher Frauentag? "Könnte man so sagen", sagen die Neils-Damen. Auch Edeltraud Ehlert kann das nicht ganz verneinen. "Immerhin hat der Frauentag nach der Wende ein wenig an Bedeutung verloren. Und frei ist der Frauentag ja auch nicht", sagt sie. Nichtsdestotrotz treffen sich Barbara Bothe und ihre Freundinnen aber auch immer am Frauentag. "Kegeln, Theaterabendessen - wir machen immer was." Irgendwie dann schon wieder ein wenig ungerecht, wenn sich die Damen dann an zwei Tagen feiern. "Die Männer könnten ja mitkommen, wollen sie aber gar nicht", sagt sie lachend.

Bei Familie Kluschke ist der Herrentag deshalb von vornherein ein Familientag. "Wir sind immer zusammen unterwegs. Und wenn wir mit Auto fahren, fahre ich hin und sie zurück. Das ist Gleichberechtigung", sagt Herr Kluschke mit Augenzwinkern.

 

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