50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel: Aus diesem Anlass reist auch eine dreiköpfige Delegation aus Burg Anfang Juni für sechs Tage in den Nahen Osten.

Burg l Kommunale Partnerschaften zwischen Israel und Deutschland sind in Sachsen-Anhalt noch eine Rarität. Neben Burg unterhält die Verbandsgemeinde Unstruttal (Burgenlandkreis) entsprechende Beziehungen und Osterburg (Landkreis Stendal) erwägt eine Partschaft mit Meitar. Für Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) steht deshalb fest: "Die Kontakte sind auf jeden Fall noch ausbaufähig und lohnenswert. Auch wenn uns eine große Entfernung voneinander trennt." Die Ihlestadt nimmt in der Tat mit eine Vorreiterrolle ein, denn seit 2001 bestehen bereits freundschaftliche Kontakte, "die auch gelebt werden. Maßgeblichen Anteil daran hat auch unser Freundschaftskreis, der sich sehr engagiert", betont der Stadtchef. Gegenseitige Besuche, Sportveranstaltungen oder Bezie- hungen unter den Vereinen und auch Freundschaften gehörten mittlerweile dazu.

Ein besonderer Höhepunkt ist die kommende Reise in die Region. Zwölf Akteure aus Sachsen-Anhalt, darunter jeweils drei aus den erwähnten Kommunen, reisen für sechs Tage nach Israel, um die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 50 Jahren (12. Mai 1965) zu würdigen. Für Rehbaum sowie Stadtrat Heiko Jerkowski (SPD) und Susanne Beck vom Freundschaftskreis, beide gehören zur Burger Reisegruppe, ist dies ein Besuch mit einzigartigem geschichtlichen Hintergrund: "Wir stehen in einem einzigartigen Verhältnis zu Israel, begründet im systematischen Völkermord zur Zeit des Nationalsozialismus."

Die Visite ist jedenfalls mit einem straffen Programm bestückt, darunter auch ein Abstecher nach Tira, wo ein Gespräch mit dem dortigen Bürgermeister geplant ist. Fester Bestandteil ist auch ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, darüber hinaus ein Empfang des Landes Sachsen-Anhalt.

Während die Burger die Städtepartnerschaften im Ausland pflegen und weiter beleben, bereitet sich die Stadt selbst auf ein großes internationales Treffen hier vor Ort vor (Volksstimme berichtete). Die Begegnung, die unter dem Motto "Wir in Europa - Für Frieden und Menschlichkeit in der Welt" steht, hat ebenfalls einen Jubiläumscharakter: 25 Jahre Wiedervereinigung, 25 Jahre Partnerschaft mit Gummersbach und zehn Jahre mit La Roche-sur-yon in Frankreich. Nicht zu vergessen: die guten Kontakte zur griechischen Gemeinde Afandou auf Rhodos und der finnischen Stadt Ouainen.

Die Vorbereitungen für diese Begegnung in der Kreisstadt sind in vollem Gange, bestätigt Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth. Dabei geht es nicht nur um politische Themen oder Diskussions- und Erinnerungsforen, sondern auch darum, dass sich die Menschen näher kennenlernen und neue Bande geknüpft werden können.