Mützel (khu) l Mühlen sind besondere Zeugen der Geschichte, zeigen sie doch, wie der Mensch sich die Naturelemente zu Nutze macht. "Im Elbe-Havel-Winkel, der früher auch Katte-Winkel genannt wurde, gab es über 200 Mühlen", sagt Wolfgang Ermisch. Besonders mit der Mützeler Bockwindmühle kennt der Ortschronist des Dorfes sich aus. Doch das heutige Wahrzeichen ist nicht die erste Mühle des Ortes. 1681 hat Erbmüller Hans Mertens eine Mahlmühle geerbt und bis etwa 1695 betrieben, erzählt Ermisch. Woher er das weiß? Aus Akten des Staatsarchivs in Berlin/Dahlem sowie des Magdeburger Landesarchivs. Diese Mühle lag abgelegen am "Alten Fließ" und wurde später mit einem zweiten Mahlgang erweitert und so zur Schneidemühle aufgerüstet. Die "Mützel-Mühle" von damals ist laut Ermisch auf eine Glashütte zurückzuführen. "Nach diesen Glashütten ist Hüttermühle benannt", sagt der Ortschronist. 1701 kam eine weitere wasserbetriebene Schneidemühle in den Ort. Erbaut wurde sie vom Müller Balthasar Schramm. Sie stand ebenfalls am "Alten Fließ", wahrscheinlich weil die "Mützel-Mühle" bei einem Sturm 1699 schweren Schaden genommen hatte. Der günstige Wasserantrieb am Ausgang der Zernau versprach eine gute Entwicklung der Mühle. Und tatsächlich lohnte sich das Geschäft bald, das geschnittene Holz in Form von Brettern und Balken ließ sich gut in Genthin und Stendal verkaufen. Später übernahm Balthasars Sohn, Erdmann Schramm, die Geschäfte. "Er legte auch einen Gemüsegarten mit Teich an und betrieb nebenher noch eine kleine Viehzucht", berichtet Ermisch.