Die Burger Berufsschule "Conrad Tack" wird ab dem 1. August neben den Schwerpunkten Wirtschaft sowie Gesundheit und Soziales, Ingenieurswissenschaften als dritte Fachrichtung für das Gymnasium anbieten. Damit will die Einrichtung ihren Beitrag leisten, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Burg l Aufgrund des demografischen Wandels und des akuten Fachkräftemangels hat das Kultusministerium und die Magdeburger Universität ein Konzept erstellt, um verstärkt gegen den Fachkräftemangel vorzugehen. Die Berufsbildenden Schulen sollen dafür Sorge tragen, dass dieser Schwerpunkt nun in die Fläche getragen wird. Darum hat auch die Burger Schule "Conrad Tack" bereits eine mündliche Zusage, die neue Fachrichtung Ingenieurswissenschaften ab dem kommenden Schuljahr anbieten zu dürfen.

Die Inhalte der neuen Fachrichtung gleichen sich der fachgymnasialen Ausbildung an, mit einem verstärkten Bezug zur Naturwissenschaft. Zu den üblichen Fächern wie Mathe, Englisch oder Deutsch kommen dann Bau-, Produktions- und Elektrotechnik sowie Informatik hinzu. "Ein Viertel der Fächer sind eben auf das bestimmte Profil ausgerichtet", erklärt Koordinatorin Gabriela Stein. Die Hoffnung des Landes sei es, hiermit eine Basis für ein erfolgreiches Studium zu legen, so Schulleiter Stefan Bruns.

Die Lehrerschaft der Berufsschule sieht es als Herausforderung, wie Koordinator Michael Dietze sagt. Eine Herausforderung mit guten Rahmenbedingungen. "Mit unserem gewerblich-technischen Bereich und den Laboren können wir hervorragend Theorie und Praxis verbinden", erklärt er. Neuanschaffungen sind deshalb nicht notwendig. Zudem sind mit den drei Metall-, zwei Elektro- und jeweils ein Kfz- und ein Baulehrer das nötige Fachpersonal bereits vorhanden. Des Weiteren besteht eine enge Kooperation mit der Magdeburger Guericke-Universität, die es ermöglicht auch einige Abschnitte der Ausbildung dort zu absolvieren. "Für unsere Schule ist diese Fachrichtung ein absoluter Qualitätsschub. Es ist ein entscheidender Beitrag, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und der Wirtschaft, einen Schub zu geben", erklärt Bruns.

Starten will die Burger Berufsschule mit einer Klasse und 30 Schülern. Noch sind freie Plätze verfügbar. "Es besteht auch die Möglichkeit für Schüler, die sich bereits für unser Gymnasium in eine der anderen beiden Fachrichtungen angemeldet haben, sich umzumelden", erklärt Stein. Als Voraussetzung bedarf es nur eines erweiterten Realschulabschlusses oder man wechselt als Schüler von einem allgemeinen Gymnasium. Ein Interesse für Mathe und Physik wäre ratsam. "Für technikinteressierte junge Menschen könnte das genau das Richtige sein", meint der Schulleiter. Bis zum Schuljahresende, dem 31. Juli, muss eine Bewerbung bei der Schule eingehen. Der Abschluss ist dann trotz der Spezialisierung die Allgemeine Hochschulreife, bei der eben im entsprechenden Profilfach das Abitur abgelegt wird. "Mit dem Abschluss ist es möglich, an allen deutschen Universitäten zu studieren", betont Dietze.

Uni wünscht sich mehr Ingenieursstudenten

Ganz nah läge da aufgrund der Kooperation die Magdeburger Uni. 700 Studienanfänger haben sich in den 17 Ingenieurs-Studiengängen mit Bachelorabschluss zum vergangenen Semester eingeschrieben. Doch damit will sich die Uni nicht zufrieden geben. "Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren etwa gleichbleibend. Diese Studienprogramme sind alle zulassungsfrei, so dass eine Steigerung möglich und wünschenswert ist", so Pressesprecherin Katharina Vorwerk.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Schule: www.bbs-burg.de