Zahlreich erschienen waren die Burger und ihre Gäste am Pfingstsonntag, um bei strahlendem Sonnenschein vom Bismarck-Turm einen Blick auf die Kreisstadt zu werfen. Aber man erinnerte sich auch an den Namensgeber des Turmes, der vor 200 Jahren im Jerichower Land das Licht der Welt erblickte.

Burg l Schönhausen, der Geburtsort Otto von Bismarcks, gehörte bis zur Gebietsreform im Jahre 1952 zum Zweiten Jerichow´schen Kreis. Aus Anlass des 200. Geburtstages des Eisernen Kanzlers, der am 1. April begangen wurde, schickte die Bismarck-Stiftung eine kleine Bismarckbüste von Schönhausen aus auf die Reise.

Nach dem sie zuvor im Kreismuseum in Genthin Station gemacht hatte, war sie am Sonntag im Burger Bismarckturm zu bewundern. Als nächstes Ziel der insgesamt 14 Stationen wird sie ihren Weg von Burg nach Halberstadt antreten.

Hans-Georg Tietze, Vorsitzender der Burger Bismarckturmgruppe, informierte die Gäste über Leben und Wirken Bismarcks in der Weltpolitik, aber auch über die Spuren, die er im Jerichower Land hinterließ.

1895 dankte Otto von Bismarck dem Burger Magistrat für die Glückwünsche zu seinem 80. Geburtstag und zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Ihlestadt: "Ich gedenke gern der Zeit, als ich als Deichhauptmann mit der Ihle und als Landwehroffizier mit dem Bataillon Burg in amtlicher Beziehung stand."

Diese Funktionen standen am Anfang der politischen Karriere des bedeutenden Deutschen. Er war Deichhauptmann des Elbabschnitts Jerichow-Sandau. Als Ihleschaukommissar war er für die Organisation der Sauberhaltung der Ihle verantwortlich, zu lesen in einer Annonce des Amtlichen Kreisblatts des Kreises Jerichow II von 1849.

In Burg erinnert der Bismarckturm an den großen Sohn des Landkreises. Der 27 Meter hohe Turm, 1906/1907 errichtet, ist einer von 146 noch vorhandenen Türmen, die einst zum Gedenken an Bismarck errichtet worden waren. Der Burger Bismarksturm ist nach seiner Komplettsanierung der einzige offizielle Aussichtsturm der Kreisstadt, der gefahrlos bestiegen werden kann.