Burg l Am Dienstag konnte am Ufer des Naherholungsgebietes Niegripper See ein spezieller Hochseilakt beobachtet werden. Grund war, dass die Mitarbeiter der Starkstromanlagengesellschaft Braunschweig im Auftrag der Avacon in luftiger Höhe die Hochspannungsleitung entfernten.

"Ich bin über die Aktion sehr froh, dass ab sofort nicht mehr Starkstromleitungen über das Gewässer des Niegripper Sees verlaufen. Diese Arbeiten stehen zwar nicht im Zusammenhang mit dem tragischen Unfall vor zwei Jahren, sind mir aber trotzdem sehr willkommen, da für die Zukunft derartige Unfallgefahren ausgeschlossen werden", kommentierte der Betreiber des Campingplatzes Niegripper See, Andreas Paßlack, die Demontage, für die zwei Tage eingeplant waren.

Im Sommer 2012 hatte bekanntlich der hochstehende Mast eines Bootes die 110-kV-Stränge berührt, die eigentlich normgerecht zehn Meter über der Wasserfläche verliefen. Der Segler, der ein erprobter Bootsführer gewesen sein soll, aber offensichtlich die Masthöhe seines neuen Bootes vergessen hatte einzukalkulieren, verunglückte tödlich.

Ein wesentlicher Grund, warum jetzt die Leitungen von den Masten gekappt wurden, war vorrangig ihr Alter, hieß es von den Braunschweigern. Die Stahlkonstruktionen samt Kabel sollen 1936 gebaut und verlegt worden sein. Sie sorgten für die Stromverbindung von Magdeburg nach Burg. Eine dringend notwendig gewordene Erneuerung der Leitungsstrecke wäre zu teuer gekommen, hieß es vom Betrieb. Vorerst wurden in dieser Woche zwei Kilometer der alten Stromleitung abgebaut. Die 80 Jahre alten Stahlmasten sollen auch verschwinden, wenn auch nicht sofort, hieß es von den Monteuren.

Wegen des Abbaus musste Burg am Mittwoch keine Stromschwankungen oder gar einen Stromausfall hinnehmen. Denn zwei Wochen vorher war der Bau einer ständigen Ersatzleitung abgeschlossen worden. Sie verläuft südlich des Elbe-Havel-Kanals.