Mitarbeiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) und des beauftragten Planungsbüros erläuterten auf einer Einwohnerversammlung am Donnerstag in der Burger Stadthalle, wie und in welcher Reihenfolge die Elbdeiche im Burger Abschnitt in den nächsten Jahren saniert werden sollen.

Burg l Das Hochwasser 2013 hatte die vorhandenen Deiche im Elbabschnitt zwischen Hohenwarthe und Zerben an ihre Belastungsgrenze gebracht. Bei Schartau stand das Wasser teilweise nur noch 15 Zentimeter unter der Deichkrone, so dass dort der Deich mit Sandsäcken erhöht werden musste. Bei Blumenthal gab es gefährliche Sickerstellen. Dramatischer Höhepunkt war die Überflutung an der Niegripper Schleuse...

Nun sollen die rechtsseitigen Elbdeiche im etwa 22 Kilometer langen Burger Abschnitt nach den Erfahrungen des Hochwassers 2013 bis zum Jahresende 2018 durchgängig erhöht, verbreitert und stabilisiert werden. Noch in diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten in fünf Teilabschnitten (siehe Info-Kasten) und die Vorarbeiten in einem weiteren, 1,6 Kilometer langen Teilabschnitt bei Niegripp.

Andreas Thiel vom beauftragten Planungsbüro erläuterte in der Stadthalle, wie die "neuen" Deiche aussehen werden: Die geplante Deichsanierung beinhaltet neben einer Erhöhung und Verbreiterung unter anderem eine Verstärkung der wasserseitigen Abdichtung der Wälle, eine landseitige Berme mit Deichverteidigungsweg und den Neubau des Deichkronenweges.

Zum möglichen Flutpolder bei Blumenthal sagte LHW-Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner, dass dieser Standort einer von 40 sei, die zurzeit untersucht würden. Seiner Meinung nach könnte ein Flutpolder bei Blumenthal in extremen Hochwassersituationen, die "einmal in zehn oder 20 Jahren" auftreten würden, eine Absenkung des Extremwasserstandes um zehn bis 20 Zentimeter bringen. "Ein Flutpolder ist nicht dazu da, dass er jedes Jahr voll läuft", erklärte Kürschner. Auch machte der Hochwasserschützer deutlich, dass die Ortschaften Blumenthal und Schartau natürlich außerhalb der Deiche eines möglichen Flutpolders liegen würden. Noch bis Herbst werde von Experten untersucht, ob ein Flutpolder bei Blumenthal tatsächlich die erhoffte Wirkung zeigen kann und welchen Zuschnitt der Polder dafür haben müsste. "Das heißt also noch lange nicht, dass der Flutpolder tatsächlich kommt", so Kürschner, der sich diesen Polder jedoch wünscht.

Jens Vogler von der Burger Stadtverwaltung mahnte an dieser Stelle, über die Untersuchungen zum Flutpolder die Sanierung des über sechs Kilometer langen Deichabschnitts zwischen Schartau und Blumenthal nicht zu weit nach hinten zu schieben. Kürschner bat, die Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Denn: Kommt der Polder tatsächlich, muss der Deich dort auch landseitig wasserdicht gebaut werden. Kommt er nicht, kann nach bereits vorhandenen Planungen kurzfristig auch dort gebaut werden.

Schartaus Ortsbürgermeister Dr. Hans-Horst Borg gab den Mitarbeitern des LHW mit auf den Weg, dass eine nach seiner Auffassung zunehmende "Verbuschung" im Überflutungsgebiet Probleme beim Hochwasserabfluss bereiten könnte.

Auch angesichts des beim Deichbau zu erwartenden Lkw-Verkehrs in den Ortschaften wurden Bedenken geäußert, unter anderem vom Parchauer Ortsbürgermeister Lutz Wernecke.

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