Parchau. Die Gründung des Campingvereins Parchauer See vor einem Jahr war der richtige Schritt, um die Interessen der Camper bündeln zu können. Dieses Resümee zog der Vorsitzende Ulrich Hohmann gegen-über der Volksstimme. "Auf diese Weise können wir gegenüber dem Betreiber geschlossen auftreten", sagte Hohmann. Immerhin zähle der Verein derzeit 80 Mitglieder und bilde somit eine feste Größe. Auch das Verhältnis zum neuen Besitzer des Freizeitareals habe sich positiv entwickelt. Das Campingplatzgelände ist von ihm mittlerweile eingezäunt worden, um Vandalismus vorzubeugen. "In den Wintermonaten waren Investitionen im Sanitärbereich vorgesehen", sagte Hohmann.

Auf einer Mitgliederversammlung im April will der Verein weitere Ziele festlegen. Da im November die Amtszeit des Vorstandes endet, sollten sich rechtzeitig Mitglieder melden, die in dem Gremium mitarbeiten wollen. "Wir hoffen, dass sich Jüngere finden und die Vereinsarbeit mit Leben erfüllen", so Hohmann. Nur so könne der Platz weiterentwickelt werden. Denn nach wie vor habe der See für rund 120 Camper aus dem Jerichower Land, Landkreis Börde, Salzlandkreis und aus der Landeshauptstadt seinen Reiz.

Der Campingverein Parchauer See wurde quasi aus der Not heraus geboren, weil die Stadt den Platz nach einer Kontrolle im Herbst vergangenen Jahres wegen grober Mängel, hauptsächlich im Brandschutzbereich, schließen wollte. Der Verein zog daraufhin in Erwägung, die Geschicke des Platzes selbst in die Hand zu nehmen. Vorausgesetzt, er hätte den Platz übertragen bekommen. Mitten im Burger Bürgermeisterwahlkampf gab es zunächst wohlwollende Signale, die später allerdings schnell verstummten. Stadtrat und -verwaltung beschlossen im Dezember, die Bewirtschaftung des über acht Hektar großen Platzes auszuschreiben – verbunden mit klaren Auflagen und Investitionsforderungen. Ende Februar endete die Ausschreibungsfrist. Neben dem Verein meldeten sich drei Bewerber, die ihre Konzepte dem Stadtrat vorstellten und mit den unterschiedlichsten finanziellen Angeboten aufwarteten. Den Zuschlag erhielt Michael Bethge aus dem Landkreis Stendal, der auch in der Altmark einen Campingplatz betreibt.