Die Planungen für das Gemeindezentrum der Ortschaft Biederitz werden fortgeführt. Ein Antrag der Fraktion Sport und Soziales des Biederitzer Ortschaftsrates zur Einstellung des Projektes fand keine Mehrheit.

Biederitz. Das Interesse am Thema Gemeindezentrum für Biederitz ist nach wie vor ungebrochen – und es ist nach wie vor gespalten. Die Stühle in den Besucherreihen reichten am Montagabend zur jüngsten Sitzung des Biederitzer Ortschaftsrates nicht aus. Immer wieder mussten neue Sitz- gegenheiten herangeschafft werden. Rund 40 Bürger wollten miterleben, welche ihrer Abgeordneten sich für oder gegen das Gemeindezentrum entscheiden.

Grund für die erneute Debatte um das Gemeindezentrum, für das schon vor zwei "Bürgermeistergenerationen" die ersten Ideen entwickelt worden waren, war ein Antrag der Fraktion Sport und Soziales vom November 2010. Kern: Die Planungen für das Bürgerhaus werden eingestellt, der Bau gänzlich abgeblasen.

Willtraud Friedrichs von der beantragenden Fraktion begründete den Vorstoß. Sie sei zwar damals in der Jury gewesen, die über den Architektenwettbewerb zu entscheiden hatte, aber sie habe nun in der Bevölkerung den Willen ausgemacht, dass das Gemeindezentrum nicht mehr erwünscht sei. Bürger seien mit diesen Äußerungen an sie herangetreten. Man müsse mit Verstand entscheiden, was gut ist für Biederitz. Außerdem habe das Eis-café eine für sie unerwartete Größe. Das Gemeindezentrum wäre nicht mehr das prägende Gebäude an der Kantorwiese. Zudem sei der Blick zur Kirche nun verbaut. Fraktionskollege Rudolf Hesse ergänzte, das es zu wenige Parkplätze gäbe und dass das alte Rathaus wieder belebt werden sollte.

Ortsbürgermeister Carsten Schneider konnte diesen Argumenten nicht folgen. Das Café passe sehr gut in das Ensemble. Beim Workshop am 3. Oktober 2009 hätten sich zahlreiche begeisterte Biederitzer intensiv mit dem Projekt und seiner Nutzung befasst. Überdies gibt es zu jedem Vorhaben Befürworter und Bedenkenträger.

Christine Pedal stellte für die SPD-Fraktion den Wert des Gemeindezentrums als künftiges kulturelles Zentrum von Biederitz heraus. Das Haus könnte Anstoß sein zur Bildung neuer Vereine, die sich mit Kunst, Literatur oder Malerei befassen. Der variabel gestaltbare Saal könne zur Bühne zahlreicher Veranstaltungen werden.

Kurt Sattler stellte die Frage, ob sich Biederitz die künftigen Betriebskosten leisten könne. Antwort der Verwaltung: Die geschätzten Betriebskosten würden bei rund 22 400 Euro jährlich liegen.

Kämmerin Simone Starzynski versicherte, dass der Bau finanziell abgesichert sei.

Kurt Sattler beantragte, eine namentliche Abstimmung vorzunehmen. Sie ergab, dass gegen den Antrag neun Ratsmitglieder stimmten, vier Räte stimmten für den Planungsstopp. Zusätzlich gab es zwei Enthaltungen.

Somit werden die Planungen fortgeführt. Die bereits ausgegebenen Planungskosten von rund 74 000 Euro sind nicht verloren. Carsten Schneider appellierte, diese demokratische Entscheidung nun auch zu akzeptieren.