Die Stadt Möckern beteiligt sich mit zwei Projekten in der Ortschaft Friedensau an der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) "Mittlere Elbe-Fläming" an dem Leader-Programm. Dabei handelt es sich um die Sanierung und Umnutzung einer Scheune zur "Kulturscheune" und die Umgestaltung der alten Feuerwache zum Café mit Einkaufsmöglichkeit. Am Dienstag war Ortsbegehung. Für eines der Projekte ist die Unterstützung so gut wie sicher.

Möckern/Friedensau. Mitglieder der Lokalen Arbeitsgruppe und Verantwortliche des Amtes für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung (ALFF) ließen sich von Friedensaus Hochschulkanzler Roland Nickel vor Ort erklären, was die Friedensauer da an historischer Stelle planen: Eine einsturzgefährdete Scheune war in jüngerer Vergangenheit bereits stabilisiert worden. Nun soll ein kleines Museum mit Veranstaltungsfläche daraus werden. "Derzeit lagern unsere musealen Exponate im Keller", erklärte Kanzler Nickel.

Sollte der Förderantrag bewilligt werden, könnte das Gebäude winterfest und veranstaltungstauglich gemacht werden. Das beinhaltet den Einbau von neuen Fenstern und Toren sowie neue Verglasungen und natürlich neue sanitären Anlagen. Für dieses Projekt hatten die Verantwortlichen der Koordinationsgruppe den Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 129 200 Euro fast schon dabei, offiziell aber heißt es von Elke Kurzke vom Leadermanagement "Mittlere Elbe-Fläming" noch: "Der Zuwendungsbescheid für die Kulturscheune wird in den nächsten Tagen vom ALFF Altmark an den Projektträger versandt". Die Rede ist von einer Gesamtinvestition in Höhe von rund 264 800 Euro.

Alte Feuerwache wird wieder genutzt

Eng verknüpft mit dieser Maßnahme ist das zweite Projekt, mit dem die Friedensauer auch die Schaffung von Arbeitsplätzen anstreben, denn das ist eine der Voraussetzungen für die Förderung: Schräg gegenüber der Scheune liegt die alte Feuerwache, ein verputzter Backsteinbau, der nicht mehr genutzt wird, außer als Lager und Schlauchturm. Hier soll ein Café eingerichtet werden. Auch der Laden, der derzeit in einem Nachbar- gebäude untergebracht ist, könnte sich hier erweitern. Hier geht es um die Ertüchtigung der Altbausubstanz sowie um einen zu schaffenden Anbau mit reichlich Glasfassade. Dazu kommt die Modernisierung der Sanitär- und Elktroanlagen. Noch hier stehende Garagen werden abgetragen.

Gestaltung des Platzes ist nicht enthalten

Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 252 800 Euro, die mögliche Zuwendung wird mit 124 000 Euro benannt und wurde bereits beantragt. Nach Aussage des Leadermanagements kann mit einer Zusage aber nicht vor Frühjahr oder Sommer dieses Jahres gerechnet werden. Die Förderfähigkeit wird aber als gut eingeschätzt – wegen des direkten Zusammenhanges mit dem Projekt "Kulturscheune". In einer späteren Aktion könnte vielleicht der Platz zwischen beiden Objekten saniert und neu gestaltet werden, überlegt Elke Kurzke vom Leadermanagement "Mittlere Elbe-Fläming". Im aktuellen Förderprojekt ist das aber nicht enthalten.

Die zwei Projekte entstehen an der wohl historischsten Stelle von Friedensau. Gleich neben den Objekten befindet sich das erste Gebäude der Friedensauer Anstalten, der Ortskern der "Klappermühle", jenes Grundstückes, das von den Adventiaten vor nunmehr 111 Jahren erworben und sukzessive zu Priesterseminar und nun Theologischer Hochschule ausgebaut worden ist.

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