Das sonst so ruhige Leben in Dörnitz ist in den letzten Tagen aus den Fugen geraten. Mit einer Unterschriftensammlung wehren sich die Bürger dagegen, dass auf dem Friedhof Trauerzypressen gestutzt und zwei Eichen gefällt werden sollen.

Dörnitz. Die Gemüter sind erhitzt, als sich Doreen Fricke, Bernd Ebner, Christel Kitschke, Anetta Bewersdorf, Karin Brandt und Familie Strümpel auf dem Friedhof treffen. "Es ist ein Frevel, wenn man die Zypressen so radikal herunterschneidet", macht Christel Kitschke ihrem Unmut Luft. Auch für Karin Brandt ist die geplante Kürzungsaktion unverständlich. Alle stimmen zu. Und Doreen Fricke ergänzt: "Die Nachbargemeinden beneiden uns um diese Säulenzypressen, die dem Friedhof sein besonders Flair geben. Die Bäume sind rund 70 Jahre alt. Mit dem Kürzen der Bäume wird auch das Biotop zerstört. Rund 40 Tierarten sind hier beheimatet." Statt sich an den Bäumen zu vergreifen, sollte lieber der Zufahrtsweg zum Friedhof instand gesetzt werden, sind sich die erbosten Bürger einig.

Erste Zypressen wurden durch den Bauhof Möckern bereits gekürzt. Die Aktion wurde zunächst gestoppt.

Die Bürger betonen, sie haben nichts dagegen, wenn im Zuge der Gefahrenabwehr hier etwas unternommen werden soll. Aber dann bitteschön sollen die Zypressen zusammengebunden werden. Das könne auch durch die Feuerwehr erledigt werden. Ortswehrleiter Jens Baumgart: "Unsere Leiter kommt zusammengesteckt auf eine Höhe von 8,40 Metern. Die Rettungshöhe an Häusern liegt bei sieben Metern. Das Abbinden wäre kein Problem."

Über das Wochenende haben einige Bürger im Ort Unterschriften gegen die geplanten Aktionen gesammelt. Unter dem Motto "Unser Friedhof muss geschützt werden. Ich bin gegen das Kürzen der Säulenzypressen und das Fällen der Eichen" trugen sich 108 Dörnitzer in die Listen ein.

Ortsbürgermeister Frank König erklärte gegenüber der Volksstimme, dass das Kürzen der Trauerzypressen, die auch Säulenzypressen genannt werden, bereits im vergangenen Jahr geplant war. Die Idee dazu habe der Ortschaftsrat gehabt und sich außer Doreen Fricke auch dafür ausgesprochen. "Ziel ist es, dass die Zypressen künftig auch ohne technische Hilfsmittel gepflegt werden können. Deshalb sollen die Baume auf eine Höhe von zwei bis zweieinhalb Meter gekürzt werden", so Frank König. Aus diesem Grund wolle man eine Lage schaffen, mit der man im Frühjahr mit Arbeitseinsätzen weitermachen könne.

Mathias Klack, Ordnungsamtsleiter der Stadt Möckern, bestätigte, dass durch den Ortschaftsrat eine Begehung auf dem Friedhof stattgefunden hat und die entsprechende Information an ihn weitergeleitet wurde. Nach dem Veto durch Ortschaftsrätin Doreen Fricke wurden die bereits begonnenen Arbeiten zunächst eingestellt. "Der Ortschaftsrat muss einen entsprechenden Beschluss fassen. Wenn dieser mehrheitlich für die Kürzung der Trauerzypressen ausfällt, steht dem Anliegen nichts im Wege", so der Ordnungsamtsleiter.

In Sachen Fällung von zwei Eichen, so Mathias Klack weiter, sei ohnehin keine Entscheidung gefallen. Hier müssten erst einmal Grundsätze geschaffen werden. Die Eichen stehen in der Nähe der Trauerhalle. Nach Meinung der Bürger sind sie keine Gefährdung für diese.

Für Klaus-Dieter Krüger, Vorsitzender des NABU-Regionalverbandes Burg, "dürfen die Bäume nicht runtergeschnitten werden. Die Zypresse wächst dann nicht mehr zu. Entweder man lässt es ganz oder tauscht die Bäume komplett aus Alles andere macht keinen Sinn", so Krüger. Berücksichtigen sollte man auch, dass die Bäume das Bild des Friedhofes prägen.