Der Stadtrat wird am Donnerstag den Etat für 2011 beschließen - und damit auch ein umfangreiches Konsolidierungsprogramm, damit Burg in den nächsten Jahren wieder schwarze Zahlen schreibt. Umstritten ist allerdings nach wie vor die Beteiligung der Sportvereine an den Betriebskosten an Sporthallen und Schwimmhalle.

Burg. "Das Einzige, was man in Burg machen kann, ist Sporttreiben. Und das ist auch eine Möglichkeit, die Stadt bekannter nach außen zu machen", sagte Kerstin Auerbach (Linke) auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Die Sportlerin setzte gleich nach: "Ich werde dem nicht zustimmen." Gemeint war die Tatsache, dass die Vereine, die die kommunalen Sporthallen in Burg nutzen, künftig an den Betriebskosten beteiligt werden sollen. Zuvor hatte schon Uwe Hornung (CDU) sein Unbehagen über den Punkt der Haushaltskonsolidierung zum Ausdruck gebracht. Und Clemens Engel (CDU) bezweifelte, ob dieser Spar-Punkt im Sinne der Vereine und des Sports angemessen ist. "Was haben wir davon, wenn mancher Verein den Beitrag erhöhen muss und der eine oder andere dann austritt." Ob es die paar Tausend Euro pro Jahr wirklich wert seien?, fragte der Bauausschuss-Vorsitzende.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) verteidigte indes die Maßnahme. "Wir haben zwei konstruktive Gesprächsrunden mit den Vereinen geführt. Und wir werden einen verträglichen Modus finden." Zurzeit gehe die Stadt von 3,69 Euro pro Stunde aus. Außerdem, so Rehbaum, sei die Art der finanziellen Beteiligung gegenüber solchen Vereinen gerecht, die selbst Sportstätten unterhalten müssen. "Mir wäre auch lieber, wir könnten darauf verzichten. Es geht aber nicht", sagte er.

Am heutigen Mittwoch soll es zum Thema "Beteiligung der Sportvereine an Hallen-Betriebskosten" noch einmal eine Runde mit Bürgermeister, Kultusamtsleiter und Vereinsvorsitzenden geben. Mit dabei sein wird auch Bernd Mittelstädt, Geschäftsführer des Kreissportbundes. Er geht nicht davon aus, dass auf der Stadtratssitzung am Donnerstag schon eine Entscheidung über die Höhe der Beteiligung der Vereine pro Stunde und Halleneinheit getroffen wird.

"Wenn die Stadt jetzt einen überarbeiteten Vorschlag vorlägt, muss dieser in den Vereinen erst einmal diskutiert werden", so Mittelstädt, der davon spricht, dass es dann im April eine Entscheidung des Stadtrates geben könnte.

Die Position des Kreissportbundes in dieser Frage sei die, so Mittelstädt weiter, dass eine Beiteiligung der Vereine an den anfallenden Betriebskosten der kommunalen Sportstätten durchaus legitim ist und die Vereinssportler auch zu noch größerer Sparsamkeit erziehen würde. "Aber man muss die Kirche im Dorf und die Vereine leben lassen", so Mittelstädt, für den die Beteiligung der Vereine pro Halleneinheit und Stunde "deutlich unter fünf Euro" liegen muss.

Nach bisherigen Modellen würden auf Vereine, die relativ wenige Mitglieder, aber eine hohe Trainings- und Wettkampfintensität haben, Kosten zukommen, die aktuell nicht zu stemmen seien, so Mittelstädt. Er nannte die Handballer von Fortschritt Burg, die etwa 9000 Euro Betriebskosten für die Nutzung der Sporthalle Mitte pro Jahr zahlen sollen, und den Burger Volleyballclub 99, für den die Nutzung der Turnhalle Süd mit 4000 bis 5000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen soll, als Beispiele.