Der Schermener Ortschaftsrat hat sich dazu entschieden, das Dach der Sporthalle zur Nutzung einer Fotovoltaik-Anlage freizugeben.

Schermen. Eigentlich ist die neue Sporthalle falsch herum gebaut worden, waren sich die Ratsmitglieder einig, wenn man als Prämisse eine Nutzung der großen Dachfläche zur Erzeugung von elektrischem Strom mittels eine Fotovoltaik-Anlage annimmt. Das allerdings sei schon bei der Planung festgestellt worden, doch architektonisch sei die Halle dann doch so gebaut worden, wie sie heute steht, hieß es.

Für die Anfrage einer Firma, auf dem Dach eine Fotovoltaik-Anlage montieren zu dürfen, sei das allerding völlig zweitrangig, hob Ortsbürgermeister Heinrich Bartels hervor. Denn der Interessent habe lediglich Bedarf am Dach des Vorbaus angemeldet. Und der steht genau richtig zur Sonne. Auf diese Weise würde ein wenig Geld in die Gemeindekasse kommen.

Mario Chochanski warf in diesen Zusammenhag sofort die Frage nach der Gewährleistung durch den Sporthallenerbauer auf. Der Sportverein habe zur Einweihung der Halle ein großes Schild mit dem Logo des Schermener Sportvereins geschenkt bekommen, das nicht angebracht worden ist mit der Begründung es könne die Statik gefährden und somit die Gewährleistung aufs Spiel setzen. Wenn schon nichts an die Außenwand gehängt werden dürfe, dann sollte man schon gar nichts auf dem Dach gestatten. "Das von der Halle ist ja jetzt schon undicht", so Mario Chochanski.

Heike Gotzel gab zu bedenken, sich die Dachfläche nicht aus der Hand nehmen zu lassen. "Wir sollten das Dach für uns selbst aufheben", bemerkte sie. "Warum sollten wir dem Interessenten nicht die Dachfläche des Sportlerheimes anbieten?", fragte sie.

Arno Djaschi ergänzte, dass das gesamte Vorgehen natürlich vertraglich gesichert sein müsse. Doch darum gehe es erst einmal nicht. Die Ortschaftsräte sollen sich nur darüber einigen, ob das Dach für solche Zwecke zur Verfügung gestellt wird oder nicht.

Ein Einwand dagegen könnte zum Beispiel die Auffassung sein, dass das Dach mit der aufgesetzten Fotovoltaik-Anlage nicht in das Gesamterscheinungsbild der Sporthalle passen könnte. Er selbst sehe keinen Hinderungsgrund, warum der Bürgermeister nicht ermächtigt werden sollte, Verträge in dieser Richtung abzuschließen.

Mahnend meldete sich erneut Mario Chochanski zu Wort. Mit einem solchen Gedanken hatten auch die Lostauer mit ihrer Halle gespielt. Sie hätten dann aber auch den Rückzug angetreten, weil das Problem der Gewährleistung steht.

Ortsbürgermeister Heinrich Bartels entgegnete, dass dies alles nicht das Problem der Schermener sei. Die Sporthalle gehöre jetzt der Gemeinde Möser. Wenn es Probleme gibt, müsse sich die Gemeinde Möser darum kümmern. Die Verträge müssten nur dementsprechend auch konkret, eindeutig und wasserdicht sein. Das beziehe sich auch auf die Frage, wer diese Anlage abbaut oder den Abbau finanziert, wenn sie moralisch verschlissen oder nicht mehr funktionsfähig ist.

Wenn auf solche Art die Gemeinde ein wenig Geld verdienen kann und auch Schermen vielleicht den einen oder anderen Euro zusätzlich bekommt, dann sollten sich die Ortschaftsräte diesem Ansinnen nicht verschließen und die Nutzung der modernen Energiegewinnung unterstützen.

In der anschließenden Abstimmung votierten die Ortschaftsräte mehrheitlich dafür, das Hallenvordach zur Montage einer Fotovoltaik-Anlage freizugeben. Es gab eine Enthaltung und eine Gegenstimme.