Die Stadtverwaltung und die Sportvereine in Burg haben hinsichtlich der Beteiligung an den Betriebskosten der Turnhallen einen Kompromiss erzielt. Jetzt soll pro Stunde und Nutzungseinheit ein Entgelt von einem Euro gezahlt werden. Damit wird die Stadt weitaus weniger Einnahmen verbuchen können als geplant.

Burg. Noch vor der jüngsten Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag gab es die dritte Gesprächsrunde zu diesem Thema - mit zum Teil kontroversen Diskussionen. Stand vor etwa zwei Wochen noch eine Summe von über drei Euro pro Stunde im Raum, einigten sich die Stadt und die Vereine nun auf einen Euro.

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) betonte anschließend, dass die Vereine grundsätzlich bereit seien, einen finanziellen Beitrag für die Nutzung der Hallen mitzutragen. Er bezeichnete diese Maßnahme als "einen Fingerzeig" und verwies auf die Vereine, die vor Jahren Sportstätten in Form von Erbbaurecht übertragen bekommen haben und diese nun aus eigener Kraft unterhalten müssten.

Die CDU bekräftigte dagegen ihre Kritik an dieser Maßnahme. Die Stadt plane durch diese Beteiligung rund 7000 Euro Mehreinnahmen ein, ursprünglich waren es 16 000 Euro. "Ob der bürokratische Aufwand dafür, beispielsweise mit Zahlscheinen und der Festsetzung von Hallenbesetzungszeiten, angemessen ist, möchte ich bezweifeln", sagte Bau- und Umweltausschussvorsitzender Clemens Engel. Überhaupt seien viele Konsolidierungspunkte mehr Wunsch als Realität, sagte er.

Bernd Mittelstädt, Geschäftsführer des Kreissportbundes, hatte bei der dritten Gesprächsrunde zwischen Stadtverwaltung und Vereinen das Nutzungsentgelt in Höhe von einem Euro ins Spiel gebracht, auf das man sich nun verständigt hat. Nach der Entscheidung des Stadtrates sagte Mittelstädt, dass das kommende Jahr nun genutzt werden sollte, um die Kalkulation noch einmal zu überprüfen. "Wenn wir dann vielleicht auch wieder normale Zeiten erleben, was die Sportvereinsförderung durch die Stadt Burg betrifft, ist es durchaus vorstellbar, dass es dann nochmal eine veränderte Entscheidung des Stadtrates zur Betriebskostenbeteiligung gibt", so der KSB-Geschäftsführer.

Karl-Yorck von Diemar, Vorsitzender des Burger Volleyballclubs 99, ist mit der Entscheidung des Stadtrates zufrieden, "vorausgesetzt, die Wettkämpfe werden aus der Kalkulation noch rausgenommen", so der Volleyball-Chef. Für die Nutzung der Sporthalle Süd soll der Verein jetzt pro Jahr etwa 1000 Euro anteilige Betriebskosten zahlen - statt 4000, wie es zuerst angedacht war. "Trotzdem müssen wir die Beiträge unser rund 100 Mitglieder um etwa 30 Prozent erhöhen, um diese 1000 Euro aufzubringen", so von Diemar. Das bedeutet, dass Erwachsene künftig 90 statt bisher 70 Euro im Jahr Vereinsbeitrag bezahlen müssen. Bei den Jugendlichen soll der Beitrag nur um 10 Euro steigen, von 45 auf 55 Euro. Dass auch für den Wettkampfbetrieb anteilmäßig Betriebskosten vom Verein gezahlt werden sollen, findet von Diemar nicht akzeptabel. "Wir bemühen uns doch, Wettkämpfe nach Burg zu holen, um die Kreisstadt im Land bei den Sportlern bekannt zu machen", so der Vorsitzende des Volleyball-Vereins.

Sogar 8000 Euro sollten die Handballer von Fortschritt Burg anteilig für die Betriebskosten der von ihnen genutzten Sporthalle Mitte zahlen. Jetzt stehen 1100 Euro zu Buche. "Über eine Beitragserhöhung für unsere 110 Mitglieder haben wird im Vorstand noch nicht diskutiert", so der Fortschritt-Vorsitzende Udo Strohbach. Er hofft, dass vielleicht Sponsoren für den Verein in die Bresche springen, damit nicht die vollen 1100 Euro auf die Mitglieder umgelegt werden müssen.

Weiterhin hofft Udo Strohbach, dass das Geld irgendwann tatsächlich den Vereinen mit eigenen Sportstätten in Burg zugute kommt und nicht im kommunalen Haushalt versickert.