Den meisten Ärger machen den Kleingärtnern Pilzkrankheiten an ihren Pflanzen. Wie man die Krankheiten frühzeitig erkennt und wie eingegriffen werden kann, war kürzlich Thema eines Vortrages von Garteningenieur Andreas Turkat. Den Fachmann hatte der Kreisverband der Gartenfreunde Burg eingeladen.

Burg. "Nicht erst handeln, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist", ist wohl der wichtigste Ratschlag von Andreas Turkat für die Burger Kleingärtner gewesen. Der Gartenbauingenieur hatte für die etwa 50 Gartenfreunde viele Tipps und Tricks in Sachen Pilzerkrankungen von Pflanzen in seinem Vortrag parat. Wichtig war ihm, die Gärtner mit viel Anschauungsmaterial vor allem für die frühen Symptome an Pflanzen zu sensibilisieren. Da so ein Fachmann nicht alle Tage zur Hand ist, hatten die Gärtner noch allerhand andere Fragen abseits des Themas Pilzerkrankungen. Die Fragen, die Turkat immer wieder hört, hat die Volksstimme mit der Antwort vom Fachmann festgehalten:

- Müssen Tomatenpflanzen überdacht sein?

Das hängt ganz von der Sorte ab. Es gibt sehr sensible Sorten, denen auch ich bei mir zuhause ein Dach gönne. Doch eine Vielzahl an Sorten wachsen in meinem Garten auch ohne Dach, mit einem eingebuddelten Pflanzentopf direkt neben der Pflanze zum Gießen. Da müssen die Pflanzen durch und bisher klappt es ganz gut. Da kann man sich Sorten ausprobieren, und welche es nicht mögen, müssen dann eben weichen.

- Sind Obstbäume wie Birne und Pflaume in Kleingärten zu empfehlen ?

Früher wurden vor allem Birnenbäume gepflanzt, die bis zu fünf oder sechs Meter hoch wurden, weil sie sehr ertragsreich waren. Leider waren sie geschmacklich nicht weit vorn. Auch mit der Schädlingsbekämpfung wird es bei solchen Höhen schwierig. Viele Gärtner haben daher Abstand von diesen Obstbäumen genommen. Doch mittlerweile gibt es viele Zuchtarten. Auch viele alte Sorten wie beispielsweise die Williams-Christ-Birne wurden wieder entdeckt, die als Einhalb- oder Viertelstämme erhältlich sind, eine maximale Höhe von etwa drei Metern erreichen und schmackhafte Früchte tragen.

- Was an kranken/befallenen Blättern oder Pflanzen kann noch kompostiert werden und wie?

Da gehen die Meinungen auseinander. Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass befallenes Laub und Pflanzen prinzipiell kompostiert werden können. Aber es muss ordentlich kompostiert werden, dass heißt das Laub oder die Pflanzen müssen direkt in den Kompostierungsprozess eingebracht werden, indem man im Komposthaufen ein Loch aushebt und sie dort einbringt. Wenn die befallenen Pflanzen (-teile) nur auf den Haufen geschmissen werden, ohne eine folgende Abdeckung, dann können die Sporen der Krankheit auch vom Wind noch weiter getragen werden. Das gilt es zu verhindern. Generell würde ich aber von der Kompostierung von allen Rindenkranheiten und von Pflanzen mit einem Befall von Kraut- und Braunfäule abraten.

- Muss man bei Kohlhermine sechs Jahre warten, bevor man wieder Kohl anbauen kann?

Das ist eine alte Faustregel. Doch man kann sie mit einem kleinen Kniff umgehen. Der Pilz der Kohlhermine fühlt sich nämlich in einem Boden mit einem ph-Wert unter sechs wohl. Wenn man in das Anpflanzloch vor der Pflanzung ein wenig kohlensauren Kalk gibt, verändert sich der ph-Wert gegen sieben. Dieser Wert macht dem Kohl nichts aus, verhindert aber, dass die Sporen der Kohlhermine auskeimen können.

- Was ist der ideale Dünger?

Ideal ist organischer Dünger wie gut verrotteter Pferdemist, der in den Boden eingearbeitet wird. Wichtig ist, dass nie frischer Mist in den Boden gebracht wird. Optimal ist, wenn er ein Jahr kompostiert ist, das ist vor allem bei Hühnermist wichtig.

- Wann muss gespritzt werden?

So früh wie möglich. Dazu ist es wichtig, die Symptome zu kennen und auch zu erkennen. Denn wenn das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist, ist es eben auch meistens schon zu spät. Daher muss frühzeitig, oft auch vorbeugend, gespritzt werden. Oft schon in Monaten, in denen viele Kleingärtner noch gar nicht an ihren Garten denken, wie Januar oder Februar.

- Wenn gespritzt wird, kann dann noch von Bio-Anbau die Rede sein?

Das hängt ganz davon ab, welches Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird. Der Einsatz von BI 58 sollte unterbleiben, da er giftige Wirkstoffe hat. Setzt man aber Mittel mit natürlichen Wirkstoffen ein, kann man noch immer von einem Bio-Anbau reden.