Im Burger Goethepark jagte ein nicht angeleinter Collie vergangene Woche einen Chihuahua. Viele Hundebesitzer missachten die Anleinpflicht in der Stadt und gefährden somit Menschen und andere Tiere.

Burg. Quintus ist ein aufgeweckter Chihuahua, der auf sein Frauchen hört - eigentlich. "Doch seit Mittwoch", sagt Simona Sch., "ist mein Hund nicht mehr mein Hund." Der Rüde ist verstört, bellt fremde Menschen und andere Hunde an. Der Schreck sitzt noch tief, denn letzte Woche musste er sich dem Angriff eines Collies erwehren.

Simona Sch., zu 90 Prozent schwerbehindert, war am vergangenen Mittwoch mit ihrem Enkel Luca im Goethepark unterwegs. "Wir haben seinen neuen Roller ausprobiert", erzählt sie. Mit dabei war auch Chihuahua Quintus, angeleint - entsprechend der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Burg.

Von weitem sah Simona Sch. im Park einen unangeleinten Collie, der auf Wiesen und Wegen herumtobte. Der männliche Besitzer des Collie leinte diesen aber noch rechtzeitig, bevor Luca mit seiner Oma an ihm vorbeiging, an. Simona Sch. war vorerst beruhigt. "Aber beim Verlassen des Parkes kam der Collie plötzlich angestürmt und machte Jagd auf meinen Quintus", ist Sch. noch immer wütend. Sie stand vor einem Problem: Zum einen musste sie versuchen, ihren Hund zu schützen. Zum anderen waren da aber auch noch Luca und die Autoeinfahrt zum Landratsamt in unmittelbarer Nähe. "Luca nahm ein paar Schritte Abstand von der Jagd auf Quintus. Ich hatte Angst um ihn, denn schließlich habe ich ja Verantwortung für mein Enkelkind", schildert sie den Vorgang.

Der Chihuahua rannte im Kreis um sein Frauchen und versuchte dem Collie zu entkommen. Für die schwerbehinderte Simona Sch. eine größere Herausforderung: "So schnell konnte ich mich kaum drehen. Die Zeit, bis der Besitzer des Collie angestürmt kam, kam mir wie eine Ewigkeit vor." Dann habe er sich aber schnell aus dem Staub gemacht und nicht erkundigt, ob alles in Ordnung sei, so das Frauchen. "Das ist nicht in Ordnung, im Park laufen oft Hunde unangeleint herum. Wenn ich beim Ordnungsamt wäre, würde ich das gnadenlos abkassieren", ärgert sich Simona Sch. Nun traut sich die Oma mit dem Enkel nicht mehr in den Park. "Luca ist nun der Bestrafte wegen dem Fehlverhalten Anderer. Was wäre gewesen, wenn er in der unübersichtlichen Situation angegriffen worden oder weggerannt wäre?", fragt Sch. besorgt.

Der Stadtverwaltung ist die Problematik bekannt, elf angezeigte Beißvorfälle gab es im Jahr 2010. "Die Stadt muss das sanktionieren und Alternativen aufzeigen", fordert Simona Sch. Die Chihuahua-Besitzerin ist nun erst einmal mit Quintus beschäftigt, damit der Rüde die durch die Attacke erlittene Verstörtheit wieder ablegt.