Eine positive Entwicklung nahm im abgelaufenen Jahr die Freiwillige Ortsfeuerwehr Heyrothsberge, wurde auf der Jahreshauptversammlung von unterschiedlichen Seiten eingeschätzt. Die Wehr hatte im Juni eine neue Leitung gewählt.

Biederitz/Heyrothsberge. Nach dem unerwarteten Rücktritt von Rüdiger Fricke vom Amt des Wehrleiters im Frühjahr 2010 hatten sich die Kameraden auf eine neue Führung einzustellen. Im Juni wählten sie dann Erik Lehmann und Lars Bigall als ihre neue Leitung. Von da ab war die Wehr wieder in sicherem Fahrwasser, konnte ihre Aufgaben mit bestätiger Führung wahrnehmen.

Auf der Jahreshauptversammlung legte Wehrleiter Erik Lehmann selbstbewusst Rechenschaft über das Geschehen im vergangenen Jahr ab. 16 Einsätze stehen in den Protokollbüchern. Vier davon galten der Brandbekämpfung. Elfmal wurde zu technischen Hilfeleistungen gerufen. Darunter waren zwei Verkehrsunfälle, drei Rauchentwicklungen ohne Brand und ein Wasserrohrbruch.

Deutlich zurückgegangen ist mit einem Fall die Zahl der Fehlalarme, die in Heyrothsberge immer auffallend hoch war. Die zuständige Firma habe ihre Brandmeldeanlage überprüfen und erneuern lassen. Das sei eine Entwicklung, mit der die Kameraden gut leben können, sagte der Wehrleiter.

In der Heyrothsberger Wehr gibt es 26 Einsatzkräfte, davon drei Frauen. Vier Mitglieder zählt die Alters- und Ehrenabteilung. Fünf Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr.

Da es im Vorjahr nur wenige Einsätze zwischen 7 und 17 Uhr gab, trat das Problem der Einsatzbereitschaft am Tage nicht so prekär hervor, obwohl es das natürlich auch in der Heyrothsberger Wehr gibt. Trotz ausreichender Stärke würde die Wehr natürlich weitere Mitglieder aufnehmen. Der Nachwuchs aus den eigenen Reihen könnte sich als zu gering erweisen, zumal viele Jugendliche nach der Ausbildung ihren Heimatort verlassen.

Gut vorangekommen ist man im letzten Jahr bei der Ausbildung der Kameraden im Feuerwehrtechnischen Zentrum, im Bildungszentrum der Jugendfeuerwehr und an der Brandschutz- und Katastrophenschutz-Schule Heyrothsberge. Ein Zugführerlehrgang und drei Lehrgänge für Gruppenführer konnten neben anderen absolviert werden.

Die Nachwuchssorgen treiben auch Jugendwart Dennis Fischer um. Im Vorjahr konnte trotz Werbemaßnahmen die Mitgliederzahl der Jugendwehr nicht erhöht werden. Das Interesse an der Feuerwehr scheint gering, auch bei den Eltern, die die Kinder nicht motivieren, sie lieber zum Sportverein schicken oder auf die Musikschule. Um eine weitere Möglichkeit der frühzeitigen Gewinnung zu nutzen, hält es der Jugendwart für erforderlich, eine Kinderfeuerwehr zu gründen. Natürlich müssen dafür - wie in Biederitz - die Grundlagen vorhanden sein. Zugleich legte Dennis Fischer seine Funktion als Jugendwart nieder und empfahl Steffen Thiele als seinen Nachfolger und Lars David als den neuen Stellvertreter. Der zeigte sich voller Tatendrang und kündigte an, dass sich innerhalb eines Jahres die Mitgliederzahl in der Jugendwehr verdoppeln würde.

Als oberster Dienstherr dankte Bürgermeister Kay Gericke den Kameraden für ihre Arbeit und ihre Einsatzbereitschaft. Die Umstrukturierung der einzelnen Feuerwehren zu einer Gemeindewehr im Zuge der Bildung der Einheitsgemeinde im Vorjahr sei gut und ohne größere Probleme gelungen. Jede Ortschaft brauche nach wie vor ihre Feuerwehr, weil sich die Kameraden vor Ort auskennen. Der Bürgermeister nahm den Hinweis von Wehrleiter Erik Lehmann auf, sich der Führerschein-Problematik anzunehmen. Es zeichnet sich ab, dass es in nicht ferner Zukunft einen Mangel an Fahrberechtigungen für die großen Feuerwehrfahrzeuge mangeln wird. Dieses Problem hätten andere Wehren auch, so der Bürgermeister. Man bündele nun die Anforderungen und werde sich dann für eine Fahrschule entscheiden.

Christine Pedal, die stellvertretende Ortbürgermeisterin von Biederitz/Heyrothsberge, zollte den Kameraden ihren Respekt . Sie hob hervor, dass die Männer und Frauen ihre ehrenamtliche Arbeit leisteten, ohne darum einen Kult zu treiben. Das Geld, das die Gemeinde für die Feuerwehren ausgibt, sei gut angelegtes Geld, weil es dem Schutz, der Rettung und der Sicherheit der Bevölkerung und auch der Kameraden diene.

Gemeindewehrleiter Carsten Kiwitt kündigte an, dass es auch in diesem Jahr wieder eine gemeinsame Alarmübung aller Ortfeuerwehren geben würde. Er hoffe nur, dass sie diesmal auch wirklich geheim bleiben möge, um sich ein realistisches Bild machen zu können. Innerhalb der Gemeindefeuerwehr würde ein einheitliches und gleiches Niveau der Ausbildung angestrebt, um im Verbund auch abgestimmt handeln zu können. Eine kurz vor der Bekanntmachung stehende Risikoanalyse innerhalb der Gemeinde Biederitz würde neue Aufschlüsse für die Feuerwehrbedarfsplanung geben.

Eckhard Hesse aus der Alters- und Ehrenabteilung, der jahrelang auf die Durchsetzung des Brandschutzkonzeptes für Heyrothsberge drang und vor allem die Löschwassersituation im Blick hatte, zeigte sich zufrieden, dass im Vorjahr zwei neue Löschbrunnen errichtet worden sind. Diesen müssten die für 2011 geplanten zwei weiteren unbedingt folgen.

Der Direktor der Brandschutz- und Katastrophenschutz-Schule Heyrothsberge, Hubert Lux, anerkannte die Bemühungen der neuen Wehrleitung, den Ausbildungsstau in der Heyrothsberger Ortswehr abzubauen. Die Schule stünde weiterhin zur Verfügung, versichert er. In der Wehr gäbe es ausreichend Potenzial, auch Führungskräfte auszu-bilden.

Während der Jahreshauptversammlung wurden auch Ehrungen und Beförderungen vorgenommen.