Der Hochseilgarten Friedensau bietet regelmäßig Familientage an. Dort können interessierte Gruppen und Einzelpersonen nach Anmeldung den luftigen Parcours beschreiten.

Friedensau. Die Zeiten, in denen sich Tarzan mutterseelenalleine und jodelnd von Liane zu Liane schwang, sind längst vorbei. Wer sich heutzutage durch die Welt der Baumwipfel hangeln möchte, benötigt eine ganze Kiste voll mit Sicherheitsgurten, Karabinerhaken, Helm und ein verlässliches Team an seiner Seite. Und einen Trainer. "Wir bieten für Gruppen ab acht Personen zu individuellen Terminen unseren Hochseilgarten an", erläutert dazu Sabine Schorch, Leiterin des Friedensauer Hochseilgartens. Und wer keine acht Leute zusammentrommeln kann, für den sind die Familientage gedacht. Sie finden immer am 1., am 3. und gegebenenfalls am 5. Sonntag des Monats statt.

Vorherige Anmeldung ist nötig, denn die Temleiter müssen planen können. Gut drei Stunden dauert die Tour durch die Baumkronen, und wenn die Gruppe erst einmal oben ist, gibt es keine Chance für Zuspätkommer. Beim jüngsten Familientag war es leider bei Besuchern zu Missverständissen gekommen. "Der Familientag ist kein Schnuppertag, an dem jeder für sich mal was ausprobieren kann", macht Sabine Schorch daher deutlich.

Im Hochseilgarten Friedensau sind bis zu zwölf Meter über dem Erdboden verschiedene Elemente in den natürlichen Baumbestand integriert, die es zu überwinden gilt. Die einzelnen Abschnitte sind maximal 50 Meter lang und haben zum Teil seltsam klingende Namen, allesamt sind englisch. Einige aber lassen vermuten, wie es für Außenstehnde aussieht, wenn man sich daran macht, etwa den "Charly Chaplin Walk" zu überwinden.

Bereits die zwölf Meter aufragende Kletterwand ist ein Erlebnis, an ihrer Rückseite geht es nach oben, über eine Art Leiter, die aus kleinen Steigelementen besteht. Wer sich auf den Weg nach oben macht, hat eine strenge Einweisung erhalten. Kein Handgriff läuft ohne vorherige Absprache mit dem Hintermann oder der Vorderfrau. Und selbst, wenn es zunächst albern klingt zu sagen: "Heiko, kann ich meinen Karabinerhaken umhängen", so stellt eben dieser "Heiko" zum Beispiel sicher, dass der zweite Sicherungshaken korrekt hängt. Gearbeitet wird immer mit zwei stabilen Sicherungsleinen, Nur ein Karabiner wird jeweils von der Sicherheitsleine gelöst. Auch wird immer nur mit einer Hand gearbeitet, damit nicht gleich zwei Hände etwas falsches machen können", erklärt Trainer Mathias Seidel seinen Gästen. Er ist einer der nach anerkannten Standards ausgebildeten sogenannten "Rope-Court-Trainern" in Friedensau.

Der kollektive Drahtseilakt in den Bäumen schult das Denken in der Gruppe, fördert Vertrauen und Verantwortlichkeitsgefühl. Die Paar-Übungen und Team-Aufgaben erfordern Kooperation und Kommunikation. Zwischen den Brücken aus Reifen, Horizontalstrickleitern oder zu Spinnweben verknüpften Tauen warten die Platformen, die in die mächtigen Bäume gebaut worden sind. Hier kann man Kraft tanken und das weitere Vorgehen absprechen. Sollte ein Teilnehmer eine Übung nicht fortsetzen können, kann dieser jederzeit innerhalb weniger Minuten gesichert und zum Boden abgeseilt werden.

Ganz am Ende des Parcours warten mehrere Möglichkeiten, sich wieder in bodennahe Geifilde abzuseilen. Eine besonders Eindruck machende Art ist ein hoher Pfahl, von dem sich ganz Mutige - gesichert - fallen lassen müssen. Bezeichnender Name dieses Elementes: "Pamper Pole".

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