Burg (am). Friedlich verlaufen ist eine mehrstündige Demonstration von Vertretern der linken Szene am Sonnabend durch die Kreisstadt Burg. Nach einer Abschlusskundgebung endete die Veranstaltung ohne Vorkommnisse am frühen Sonnabendabend, schätzte die Polizei im Nachgang ein. Kreisverwaltung und Polizei hatten zahlreiche Auflagen erteilt. So durfte der Zug erst starten, nachdem kein Teilnehmer mehr vermummt war.

Die etwa zumeist auswärtigen 350 Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin zogen mit Plakaten und Lautsprecherwagen vom Burger Bahnhof durch die Innenstadt. An mehreren Orten, so am Markt und am Rolandplatz, hielt der Zug zu Kundgebungen.

Mit mehreren Einsatzhundertschaften war die Polizei vor Ort. Über 400 Beamte aus dem Kreisrevier Jerichower Land, von Landesbereitschaft, Bundespolizei und Staatsschutz waren im Einsatz. Hubschrauber kreisten. Bereits in der Nacht zum Sonnabend hatte die Polizei erhöhte Präsenz mit Kontrollfahrten gezeigt.

Vermieden werden sollte zudem eine Konfrontation mit Kräften aus der rechten Szene. Gegen 13 Vertreter der rechten Szene aus Burg wurde am Vormittag ein Platzverweis ausgesprochen, teilte Polizeisprecher Ralph Völker mit.

Für zwei Linke-Vertreter war die Demo schon vor ihrem Beginn beendet. Bei einem 20-Jährigen stellte die Polizei fest, dass dieser mit einem Haftbefehl gesucht wurde. Er hatte gegen Auflagen verstoßen und wurde nach Halle in die Justizvollzuganstalt eingeliefert.

Ein 24-Jähriger wurde im Zug nach Burg ohne Fahrkarte festgestellt. Beim Versuch, seine Personalien festzustellen, leistete der Mann nach Polizeiangaben Widerstand. "Er wurde in Gewahrsam genommen", erklärte Sprecher Völker. "Der Beschuldigte wurde durch die Kripo vernommen und in Verhinderungsgewahrsam genommen."

Während der Demonstration kam es im Stadtgebiet zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen in unmittelbarer Aufzugsnähe. Am Bahnhof und unterwegs gab es zahlreiche Schaulustige an Straßen und Fenstern.