Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung hat der Burger Stadtrat die Verwaltung auch beauftragt, nach einer alternativen Bewirtschaftung für die Stadthalle zu suchen. Im Kultur- und Sozialausschuss wurde jetzt bekannt, dass es zwei potenzielle Interessenten gibt, mit denen es im April Gespräche geben soll.

Burg. Dass sich die Stadt Burg nun relativ schnell von ihrem "Eigenbetrieb Stadthalle" verabschiedet, bleibt fraglich, denn das "Interessenbekundungsverfahren" verlangt "auf dem Gebiet des Veranstaltungsmanagements erfahrene Partner, die in einer gemeinsam zu erarbeitenden Rechtskonstruktion (Verpachtung, Betreibermodell o.ä.) und vertraglich zu regelnder Rahmensetzung (Personalwirtschaft, Verteilung des wirtschaftlichen Risikos, Berechnung des Zuschussbetrages der Stadt Burg) gewährleisten können, die Angebote der Einrichtung markt- und nachfragegerecht zu profilieren und damit die wirtschaftliche Situation der Stadthalle nachhaltig zu verbessern". Im Oktober 2010 hatte man zuerst bei der QSG in Genthin angeklopft, die das Genthiner Stadtkulturhaus betreibt, allerdings auch mit Bezuschussung von der Kommune: kein Interesse. Auch mehrere Veranstalter in Magdeburg winkten ab, bevor dann im Dezember eine Firma aus Berlin Interesse signalisierte, einer der beiden Bewerber, mit denen jetzt verhandelt werden soll.

"Die wirtschaftliche Situation der Stadthalle nachhaltig (...) verbessern" - vor einem neuen Betreiber würde vor allem die Aufgabe stehen, die Auslastung des Saales (345 Quadratmeter 250/500 Sitzplätze) und der beiden Seminarräume (80 Quadratmeter mit flexibler Trennwand) der Stadthalle zu verbessern. Aktuell sieht es so aus, dass Halle oder Nebenräume an durchschnittlich 250 Tagen im Jahr belegt sind, darunter geschlossene Veranstaltungen. Ein voller Saal, der die benötigten Einnahmen bringt und das Renommee verbessert, ist allerdings selten. So gab es schon Klassik-Konzerte mit nur einem Dutzend Besuchern.

Das in einem Nebentrakt der Stadthalle untergebrachte Restaurant ist verpachtet. Der Gastronom hat das alleinige Recht zur Bewirtung im Objekt und auf den angrenzenden Freiflächen. Eine wirtschaftliche Zusammenführung von Stadthalle und Restaurant wäre im Rahmen der Verpachtung der Stadthalle denkbar.

Die Burger Stadthalle hat ihre Ursprünge im alten Burger Schützenhaus, das 1953 zum Kulturhaus umgebaut wurde. Anfang der 1970er Jahre wurde das alte Kulturhaus dann abgerissen und es entstand das neue Kreiskulturhaus "Herrmann Matern", das bis 1992 geöffnet hatte.

Ende der 1990er Jahre beschloss der Burger Stadtrat dann, das seit 1992 nicht mehr genutzte Kulturhaus auf zwei Etagen zurückzubauen und umzugestalten. Entstanden ist ein moderner und dennoch ansprechender Zweckbau.