Die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (NASA), die derzeit die Bahnstrecke Magdeburg - Loburg bedient, stellt den Bahnkunden auf der Strecke zwei Varianten zur Wahl, mit denen das Bahnfahren attraktiver gemacht und das Fortkommen gesichert werden soll. Darüber informierte NASA-Sprecher Wolfgang Ball.

Möckern/Loburg. Die Strecke Magdeburg - Loburg wird derzeit bis auf wenige Züge im Berufsverkehr nur sehr gering genutzt. Deshalb steht diese Strecke nach den Festlegungen des Planes für den öffentlichen Personennahverkehr, der Grundlage des Handelns des Landes ist, auf dem Prüfstand.

Dieser Prüfbedarf sei mit einer Aufforderung an alle regionalen Akteure verbunden, eigene Aktivitäten zur Stärkung der Verkehrsnachfrage zu entwickeln, heißt es von nun der NASA, die auch daran erinnert, dass das Land für die Bestellung des Verkehrs zwischen Magdeburg und Loburg jedes Jahr etwa 2,5 Millionen Euro ausgibt. "Deshalb muss auch angesichts des notwendigen sparsamen Umgangs mit Haushaltmitteln sehr genau abgewogen werden, ob der Weiterbetrieb langfristig zweckmäßig ist", lautet die Mahnung aus dem Tochterunternehmen des Landes Sachsen-Anhalt.

Das Land und der Landkreis Jerichower Land prüfen laut NASA-Sprecher derzeit gemeinsam, ob mit einer besseren Verknüpfung von Bus und Bahn in Möckern noch mehr Fahrgäste gewonnen werden können. Für den Bahnfahrplan 2012 werden derzeit deshalb zwei Fahrplanvarianten geprüft.

Die erste Variante entspricht dem heutigen Fahrplan. Die zweite Variante ermöglicht laut NASA bessere Anschlüsse in Möckern zum Busverkehr. Das gelte insbesondere für die Verbindungen Loburg - Möckern - Burg und Lübars - Lüttgenziatz - Möckern - Magdeburg. Einschränkung dabei: In dieser Variante sind die Anschlüsse in Magdeburg-Hauptbahnhof zu anderen Zügen ungünstiger.

Derzeit wird den Menschen im Jerichower Land das Bahnfahren auf dieser Strecke nicht unbedingt schmackhaft gemacht. Züge fallen weg, die wenigen, die noch fahren, quälen sich mit Tempo 50 über die Strecke. Dazu teilt die NASA mit, dass die für die Infrastruktur verantwortliche DB Netz AG bei der Instandhaltung im Rückstand ist und Langsamfahrstellen (seit Dezember Reisezeitverlängerung von 13 Minuten) einrichten musste. NASA-Sprecher Wolfgang Ball: "Das Land sieht diesen Zustand, für den die dem Bund gehörende DB Netz AG zuständig ist, sehr kritisch. An sich strebt das Land einen Ausbau der heute nur für 50 km/h zugelassenen Strecke Biederitz - Loburg auf 80 km/h an.

Die DB Netz AG erwartet hierfür aber eine langfristige Garantie zur Bestellung von Schienenpersonennahverkehr (Eisenbahn). Diese kann das Land wiederum nur geben, wenn es sicher ist, dass vor Ort alle Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass auch langfristig eine stabile höhere Nachfrage erwartet werden kann."

Abstimmung bis 6. April

Es sei wohl bundesweit einmalig, dass Fahrgästen zwei Varianten zur Auswahl angeboten werden, meint NASA-Sprecher Wolfgang Ball. "Wir würden uns freuen, wenn die Bürgerinnen und Bürger davon rege Gebrauch machten. Reisende haben noch bis zum 6. April die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen und ein Votum abzugeben. Bislang liegen nur wenige Voten (alle pro Variante 1) vor", so Wolfgang Ball. In den bisherigen Zuschriften brachten Bahnkunden auch Kritik an den Bussen des Schienenersatzverkehrs zum Ausdruck. "Wir sind für diese Hinweise dankbar und werden diese mit der beauftragten Elbe-Saale-Bahn auswerten", so Wolfgang Ball.

Die NASA GmbH bittet, entsprechende Wünsche zu den beiden Varianten an die Adresse service@nasa.de oder per Post an die NASA GmbH zu richten. Unter dem untenstehenden der Link gelangt man auch zur NASA-Seite mit den Fahrplanentwürfen:

www.nasa.de/fahrgast/fahrplaene/fahrplan-im-entwurf/

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