Burg/Genthin. Es steht in nahezu jedem Haushalt und kaum ein Essen kommt ohne aus - Salz, auch weißes Gold genannt. Vor hunderten Jahren war es wertvolle Handelsware, mit der Lebensmittel konserviert wurden. Noch heute wird es dafür genutzt, doch der Preis ist seit dem erleichterten Abbau der dicken Salzschichten enorm gesunken.

Das Mineral wird aber auch als Würzmittel genutzt. Das allerdings viel zu oft. Der Salzkonsum in Deutschland ist deutlich zu hoch. "Wir essen etwa doppelt so viel wie empfohlen", erklärt Kathleen Jentsch, Diätassistentin im Medigreif-Kreiskrankenhaus Burg. "Täglich benötigen wir etwa sechs Gramm, wobei nur zwei bis drei Gramm zum Zusalzen sind", ergänzt ihre Kollegin Kristin Mirus.

Je nach Individuum und klimatischen Bedingungen kann der Bedarf durchaus höher liegen. Doch grundsätzlich gelte: Wir essen meist zu viel Salz. Denn nicht nur aus dem Streuer, sondern auch in Form von Lebensmitteln oder Getränken nehmen wir das Mineral auf. "Selbst Wasser enthält gelöste Salze, allerdings ist der Anteil abhängig vom Quellgebiet", berichten die Ernährungsberaterinnen. Wie hoch der Natriumanteil tatsächlich ist, steht auf den jeweiligen Flaschenetiketten.

Natrium ist durchaus wichtig für den Körper. Es reguliert den Wasserhaushalt und nimmt Einfluss auf das Nerven- und Verdauungssystem sowie den Knochenaufbau. Nachteil: "Bei salzsensitiven Menschen kann es Bluthochdruck fördern. Außerdem kann es zu Ansammlungen von Flüssigkeiten im Gewebe kommen, so genannter Ödeme", sagt Kathleen Jentsch. Wer regelmäßig zu viel Salz konsumiert, könnte auch an einer geschädigten Nierenfunktion leiden.

Doch auch ein zu geringer Konsum hat Auswirkungen. Es stoppt das Durstgefühl und kann so zu Austrocknung des Körpers führen.

Bärbel Krogel hat ihren Salzkonsum deutlich reduziert. Stattdessen kommen Kräuter ins Essen - des Geschmacks wegen. "Und weil ich mit den Pflanzen zugleich mehr Vitamine und Mineralstoffe aufnehme", sagt sie.

Vor sechs Jahren stellte die Kräuterfee aus Burg ihre Ernährung um. Damals entdeckte sie die Pflanzen für sich. Die stehen direkt in ihrem eigens angelegten Kräutergarten vor der Tür. Kümmel, Minze, Bergbohnenkraut, Stevia und vieles mehr wachsen hier. Doch neben dem intensiven Geschmack überzeugen die Kräuter auch durch heilende Wirkung. "Kümmel fördert die Verdauung, Frauenmantel wirkt entkrampfend", berichtet Bärbel Krogel.

Anfang Juni wird sie im Burger SKZ interessierten Besuchern zeigen, wie jeder mit Küchenkräutern und Aloe Vera geschmackvolle Speisen zubereiten kann. "Auch kleine Rezepte werden ich mit auf den Weg geben", kündigt sie an.

Wer allerdings in seiner Ernährung nicht auf Salz zum Würzen verzichten möchte, sollte sich zumindest über den Natriumgehalt der Speisen informieren.

Kaum oder gar kein Natrium enthalten laut der Diätassistenten frisches oder gekochtes Obst, Säfte, Marmelade, Honig, Zucker, Mehl, Reis, Gemüse, Kartoffeln, Quark, Eier, Fleisch, Geflügel, Wild und Fisch.

"Etwa ein Gramm Kochsalz ist dagegen in Frischkäse, Krusten- und Schalentieren, Makrele, Zwieback, Kuchen und Gebäck, Gemüsekonserven, Ge- müsesäften, Käse, Wurst, Brot und Fertiggerichten enthalten", zählt Kathleen Jentsch auf.

Einen weitaus höheren Salzanteil von etwa drei Gramm würden roher Schinken, Dauerwurstwaren, Salzheringe, Schafskäse, Schmelz- und Sauermilchkäse sowie Oliven, Salzgebäck, Kapern, Ketchup und Senf aufweisen.

 

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