Der Kreisfeuerwehrverband hat am Freitagabend in Burg eine Stärkung des ehrenamtlichen Engagements in den Städten und Dörfern gefordert. Die Delegierten aus den 92 Freiwilligen Feuerwehren steckten zudem neue Ziele für das kommende Jahr ab.

Burg/Genthin. Mit der Auswertung des zurückliegenden Jahres hagelte es gleich zu Beginn vier Kritikpunkte in Richtung Kreisverwaltung, die Landrat Lothar Finzelberg überraschten.

Verbandsvorsitzender Thomas Höfs bemängelte, dass der diesjährige Kreisausscheid nicht auf dem Gelände des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) in Burg ausgetragen werden könne, wo ein Wettkampfplatz entstehen soll. Nach einem Treffen mit den zuständigen Mitarbeitern im Sommer stocke der weitere Fortlauf. Eine von der Spitze der Kreisverwaltung geforderte Vereinbarung sei immer noch nicht unterschrieben, weil es noch Klärungsbedarf gebe, so Höfs.

Auch bei der Bildung der neuen Brandschutzabschnitte (von drei auf zwei) seien Hinweise und Bedenken der Feuerwehren und des Verbandes nicht berücksichtigt worden. "Die Gegenvorschläge wären es wert gewesen, geprüft zu werden", sagte Thomas Höfs, der sogleich an die Jugendhilfeplanung anknüpfte und damit an die ursprünglich vorgesehene Demonstration im Sommer, die sich gegen die neuen Antragsmodalitäten richten sollte. Inzwischen aber seien die Wogen geglättet, die Jugendfeuerwehren können für ihre Vorhaben Förderanträge stellen, bestätigte Kreisjugendwart Stephen Metscher.

Nicht akzeptabel sei für den Kreisfeuerwehrverband darüber hinaus die umstrittene Wahl des Gemeindewehrleiters für Elbe-Parey. Grund: Der unterlegene Kandidat wurde zum Wehrleiter ernannt. Höfs: Nun lande die Angelegenheit offenbar vor dem Verwaltungsrichter und werde zum juristischen Problem.

Ganz alltägliche Kopfschmerzen bereite den Feuerwehren weiter die sinkende Einsatzfähigkeit in Städten und Gemeinden. Meldeten die Wehren im Jahr 1991 noch 2575 aktive Mitglieder, waren es 2009 nur noch 2052. Zwei wesentliche Gründe seien dafür ausschlaggebend, so Höfs: Einerseits würden junge und gut ausgebildete Leute der Region den Rücken kehren, "andererseits tun sich die für die Feuerwehrarbeit zuständigen Gemeinden schwer bei der Verbesserung des Ansehens der Brandschützer. Hier ist in Zukunft noch mehr Lobbyarbeit notwendig", forderte Höfs. Schon deshalb, weil auch die Zahl der Mitglieder in den Jugendwehren zurückgehe: "Gab es im Jahr 2009 beim Nachwuchs noch 353 Mitglieder, waren es zum Jahresende einhundert weniger", sagte Metscher.

Auch der Landkreis setze sich dafür ein, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrmänner und -frauen nicht weiter absinke, unterstrich Landrat Finzelberg - und war zumindest in diesem Punkt mit Thomas Höfs einer Meinung. Deshalb komme es unter anderem darauf an, in Gesprächen mit Unternehmensvertretern klarzumachen, dass die Arbeitnehmer für ihren Dienst in den Wehren auch freigestellt werden. Zwischen dem Anspruch auf Hilfe in Schadensfällen und der Bereitschaft, Beschäftigte für diese Hilfe dann auch freizustellen, klaffe noch eine Lücke. In dem anderen Punkt - dem Bau der Übungsstrecke in Burg - erinnerte Finzelberg, dass der Vertrag auf rechtlich sichere Füße gestellt werden müsse. "Es muss klar sein, wer für welche Arbeiten zuständig ist, auch für die nachfolgende Pflege der Fläche", sagte er. Zugleich verteidigte er die Bildung der zwei neuen Brandschutzabschnitte. Das Prozedere sei nicht Aufgabe des Verbandes, sondern deren Führungsfrage. Schützenhilfe leistete in dieser Hinsicht der Kreistagsvorsitzende Matthias Fickel (CDU): "Viel wichtiger ist es doch, das Leben und Miteinander in den Einheitsgemeinden zu stärken." Das nütze dann auch den Feuerwehren, denen der gelernte Rettungsassistent bei technischen Hilfeleistungen einen guten und professionellen Ausbildungsstand bescheinigte.