Sein Haus 2 im Naturerlebnispark Blumenthal will der Nabu-Regionalverband Burg teilweise zu einem Übernachtungsquartier umgestalten. Fördermittel seien genehmigt. Das Bauordnungsamt habe zuerst den Eindruck gemacht, dass das Projekt erlaubt werden könnte, es wurde aber schriftlich abgelehnt, ist Nabu-Vorsitzender Klaus-Dieter Krüger enttäuscht. Der Landkreis teilte mit, dass das Vorhaben dem Flächennutzungsplan widerspreche.

Blumenthal. Bei allen Problemen, die der örtliche Nabu-Verein mit Finanzen und Personalbestückung hat, seine deutschlandweite Offerte zur Übernachtung von Radwanderern, Naturfreunden und Schulklassen scheint ein großes Echo zu haben. "Unsere vier Bungalows in der Alten Ziegelei von Blumenthal sind von Mai bis September fast hundertprozentig ausgelastet. Auf das gesamte Jahr bezogen gibt es eine fünfzigprozentige Belegung", ist Klaus-Dieter Krüger stolz. Auch weil die Mieten eine begehrte Einnahmequelle für die klammen Nabu-Kassen sind.

Für die Alte Ziegelei gibt es ein Zertifikat der Einstufungsklasse 2, das aller zwei bis drei Jahre geprüft wird. Die Ausstattung der Bungalows kommt einer Pension gleich und kann als gehobener Standard bezeichnet werden. "Sie gelten sogar als behindertengerecht", versichert der Nabu-Vorsitzende. Die Unterbringungsmöglichkeiten hätten sich bis in andere Bundesländer herumgesprochen. Es lohne sich bei dem wachsenden Umweltgedanken, so Krüger, Freizeitangebot und Ökologiebildung wie im Elbvorland geeint anzubieten.

Angesichts der steigenden Nachfrage und der Auslastung der Alten Ziegelei kam der Regionalverband auf die Idee, weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Gäste zu suchen. "Unser Haus 2, das Vereinshaus, bietet sich für Naturtourismus an. Darum haben wir vor einem Jahr beim Bauordnungsamt des Landkreises vorgefühlt, ob ein Umbau des Gebäudes für bis zu 34 Betten möglich wäre", schaut Krüger zurück. Sein persönlicher Eindruck: Bei den verschiedenen Besichtigungen hätte es so ausgesehen, dass eine behördliche Erlaubnis zu erreichen wäre. Fördermittel wurden beantragt und genehmigt. "Geld wäre kein Problem gewesen", fügt er an und bemerkt, dass schon jetzt eine 30-prozentige Auslastung garantiert wäre. Ende 2010 wurde der Antrag an den Landkreis gestellt.

Nun der Schreck: Die kreisliche Bauaufsichtsbehörde lehnte den Antrag ab. Der Standort Naturerlebnispark sei weder in einem Bebauungsplan der Stadt Burg als Bauland ausgewiesen, noch liege er innerhalb des Territoriums von Blumenthal. Wörtlich heißt es: "Das beantragte Vorhaben widerspricht dem Flächennutzungsplan. Dieser weist für den beantragten Standort eine Sonderbaufläche aus. Die Sonderbaufläche ist für die Einrichtung des Naturschutzes bestimmt." Nach Anschauung der Landkreisbehörde ist die Fläche, also auch die des Hauses 2, laut Nutzungsplan auf den Zweck der Information und der Betreuung der geschützten Gebiete begrenzt. Um eine derartige Nutzung handele es sich vorliegend nicht, heißt es mit dem Hinweis darauf, dass ein Beherbergungsbetrieb diesem widerspreche.

"Das alles kann ich nicht nachvollziehen", sagt Klaus-Dieter Krüger. Es würden nur innerhalb des Gebäudes bauliche Veränderungen bis zu Sanitäranlagen vorgenommen und das Haus 2 nicht nach außen erweitert. "Außerdem kenne ich den Inhalt des Flächennutzungsplanes anders, nämlich dass auf unserem Gelände gewohnt und gezeltet werden sowie Gastronomie betrieben werden kann. Wenn das Vorhaben klappen würde, könnten wir einen Arbeitsplatz schaffen. Die 34 Gäste müssen schließlich von einer Servicekraft umsorgt werden - bis zur Bereitstellung von Mahlzeiten. Es würde sich auch wieder lohnen, unser Café zu eröffnen", zählt Krüger auf.

In dieser Woche erfolgt infolge der Ablehnung eine Anhörung bei der Bauaufsicht in Genthin. "Sollte sie für uns negativ verlaufen, werden wir es nicht dabei belassen und für unser Vorhaben weiter kämpfen", sagte Klaus-Dieter Krüger im Namen seiner Nabu-Mitglieder.