Die Patenschaft der Stadt Möckern mit der Bundeswehr hat zuweilen auch Auswirkungen auf den Personalbestand der Stadtverwaltung. Erneut werden aus dem Wehrdienst ausscheidende Soldaten in der Verwaltung eine Umschulung antreten - zu Verwaltungs- fachangestellten.

Möckern. Nicht zum ersten Mal erhalten somit Soldaten im Rathaus der Ehlestadt die Gelegenheit, in der zivilen Welt einen Berufsstart hinzulegen. Am Freitag unterschrieben Michael Henke und Sven Meyer im Büro von Bürgermeister Frank von Holly ihre Umschulungsverträge. Ab August werden die beiden Soldaten dann in der Stadtverwaltung ihren Dienst tun. Während der 31-jährige Sven Meyer bereits in der Kaserne in der Personalstelle tätig war, gehörte der 30-jährige Michael Henke zu den Feldjägern. Eingesetzt werden sollen die beiden in jedem Amt mal, möglicherweise wird einer der Schwerpunkte aber das Ordnungswesen sein, so Frank von Holly.

Zwei und drei Jahre dauert die Umschulung der beiden jungen Männer aus Loburg und Burg. Eine anschließende Übernahme ins Angestelltenverhältnis wird angestrebt, kann aber nicht garantiert werden. In der derzeitigen Verwaltung fehlen laut Bürgermeister die jüngeren Mitarbeiter. "Unter 40 Jahre sind nur wenige, das fällt uns irgendwann auf die Füße", erklärt Frank von Holly das jetzige Handeln. Wirklich brauchbare Bewerber für zu besetzende Stellen gab es zuletzt nur wenige, sagt der Bürgermeister am Beispiel der zuletzt ausgeschriebenen Stellen im Bereich Straßenausbaubeiräge.

Kaum qualifizierte Bewerber

"Da gab es drei Bewerberstapel. Stapel eins erfüllt die Anforderungen, Stapel zwei ist zumindest interessant und auf Stapel drei landen alle Bewerber, die die Voraussetzungen nicht erfüllen. Von rund 60 Bewerbern lagen etwa acht Bewerbungen auf dem Stapel 2, der Rest auf Stapel drei", erläutert Frank von Holly das Dilemma der Personalabteilung.

Die Eignung der beiden Bundeswehrsoldaten war in vorangegangenen Praktika festgestellt worden. "Wir brauchen Leute mit speziellen Fachvoraussetzungen", sagt Frank von Holly. Bei den Soldaten fallen auch andere Faktoren ins Gewicht: "Sie bringen Lebenserfahrung mit." Und einen weiteren Vorteil hat die Umschulung von Soldaten für die Stadtverwaltung: Die Kosten der Ausbildung trägt der Berufsfördernde Dienst der Bundeswehr. Der Stadt entstehen also keine Kosten. Frank von Holly erinnert: "Normalerweise schlägt die Ausbildung mit etwa 12 000 Euro im Jahr zu Buche."

Hatte man auch im Rathaus Möckern zunächst etwas skeptisch dieser Art von Mitarbeiter-Rekrutierung entgegengeblickt, ist man nach ersten positiven Erfahrungen zuversichtlich. Auch aus anderen Kommunalverwaltungen kämen inzwischen Nachfragen, wie denn die Erfahrungen sind.