Die Dannigkower Feuerwehrleute können wieder beruhigt unter ihrem Schlauchturm entlangspazieren. Nach mehreren Wochen sind die Arbeiten zur Stabilisierung des Turmes abgeschlossen. Einziger "Nachteil": Der Schlauchturm ist jetzt nicht mehr so schön schief wie vorher.

Dannigkow. Hat Pisa seinen "Schiefen Turm", so hatte Dannigkow den bislang auch. Doch damit ist nun Schluss: Der Schlauchturm von Dannigkow - einst charmant schiefes Wahrzeichen des Ortes - steht wieder gerade. Die zuletzt akut gewordene Gefahr der Instabilität ist damit gebannt, informiert Ortsbürgermeister Heinz Hellmer Wegener.

Der in den 30er Jahren errichtete Turm am Depot der Freiwilligen Feuerwehr von Dannigkow hatte schon länger "den Dreh raus", ohne dass ein Einsturz zu befürchten war. Zuletzt aber neigte sich der Holzturm bedrohlich. Zwei Balken - ein senkrechter Stu¨tzbalken und ein diagonal verlaufender Träger - hatten vermutlich einen Knick bekommen und stellten die gesamte Stabilität des 18 Meter hohen Turmes in Frage.

Die Kameraden forderten daher ein statisches Gutachten und eine verbindliche Aussage, wie ihr Traditionsturm gerettet werden kann. Letztlich war es die drohende "Gefahr im Verzug", die dafür sorgte, dass sich am Turm etwas tat. Denn mit jedem Male, dass die Sirene auf dem Schlauchturm bei Alarmierung in Rotation geriet, wirkten Kräfte auf die Holzkonstruktion.

"Die Sanierungsmaßnahme hatte bereits im Jahr 2010 abgeschlossen werden sollen, der frühe Winter tat seinen Teil dafür, dass dies nicht gelang", berichtet Dannigkows Bürgermeister Heinz Hellmer Wegener, dem ebenfalls daran lag, den Turm für den Ort zu erhalten.

Spezialgerüst gegen die Neigungen

Mit Hilfe eines Spezialgerüstes und Schraubstangen war zu Jahresbeginn ein beauftragtes Unternehmen den bedrohlichen Neigungen des Holzturmes zu Leibe gerückt. Mehrere Tage auf Spannung gebracht und dann mit stabilen Aussteifungen versehen, grüßt der Schlauchturm nun wieder aufrecht die vorbeifahrenden Autos.

Dazu mussten allerdings die vorher nutzbaren Luken im Turm verschlossen werden, erläutert der Ortsbürgermeister. Das war besonders beim Aufstellen des Maibaumes praktisch. Möglicherweise waren die vorher fehlenden Aussteifungen an den Luken mit verantwortlich für die Verwindung des Turmes, mutmaßt der Ortschef. Nun aber bescheinigt er dem Schlauchturm eine Lebensdauer von mindestens weiteren zehn bis 15 Jahren.

Noch sieht der Turm - der nun wieder als Schlauchturm genutzt werden kann - etwas gescheckt aus: Es fehlt den neuen Brettern noch die dunkle Holzlasur. Heinz Hellmer Wegener kann aber beruhigen: die Bretter sind schon imprägniert.

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