Die Versorgung der Burger Ortschaften mit schnellem Internet ist eine lange Geschichte. Die Deutsche Telekom ist dazu nicht verpflichtet, sie lehnte dies bisher aus Kostengründen ab. Nach einer Ausschreibung des Landes hat die Firma MDDSL den Zuschlag erhalten (Volksstimme berichtete). Über die geplanten Arbeiten wurden Dienstagabend die Einwohner von Parchau und Ihleburg informiert.

Parchau. Rund 60 Bürger waren in die Sporthalle gekommen, um zu hören, was auf diesem Gebiet der Breitbandversorgung ihrer Ortschaften passiert.

Neben den Ortsbürgermeistern Lutz Wernecke (Parchau) und Josef Woska (Ihleburg) waren der bei der Staatskanzlei Sachsen-Anhalts für Breitbandkoordinierung zuständige Theo Struhkamp, Andreas Riedel und Carsten Stave, Geschäftsführer und Vertriebsleiter der mit dem Stopfen der Versorgungslücke beauftragten Firma MDDSL, und Kathrin Schuhmann vom Planungsbüro MKB erschienen.

Struhkamp kam eingangs auf die Ursachen für die Probleme der Telekom zu sprechen. "In den 90er Jahren wurden die Ortschaften um Burg mit einer Technik ausgestattet, die für schnelles Internet nicht geeignet ist."

Dies habe letztlich zu einem Ausschreibungsverfahren und zu einer Förderentscheidung geführt. Die Staatskanzlei wurde aktiv. "Wir versuchen, den Zugang zu organisieren, ohne dass neue Hausanschlüsse notwendig sind", sagte Struhkamp. "Und zwar auf Basis von MDDSL und den Anschlussleitungen der Telekom." Er zeigte sich optimistisch, dass demnächst das Einverständnis der Telekom vorliegen werde: "Wir tun alles, damit das Projekt erfolgreich realisiert wird." An anderer Stelle versprach er, dass es in diesem Jahr abgeschlossen werde, weil der Förderbescheid nur bis Ende 2011 gilt.

Anschließend stellte Andreas Riedel Details des Angebotes von MDDSL vor. Die Tarife sind gestaffelt und beginnen bei 29,95 Euro pro Monat für die 9000er Flat ohne Telefon und reichen bis zur 30 000er Flat inklusive Telefonfestnetzflat für 49,95 Euro. Außerdem werden die Rufnummernportierung, die volle Kostenkontrolle und die Uploadverdoppelung auf maximal 2000 kbit/s angeboten. Leistungen, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sehr attraktiv sein dürften. Riedel beantwortete eine Reihe von Detailfragen. Offen blieben die Fragen nach der Anbindung des Blumenthaler Endes und nach der Art und Weise der Realisierung. Das Blumenthaler Ende wird bisher kabeltechnisch aus Blumenthal versorgt, kann also in das jetzige Projekt nicht einbezogen werden. Die Art und Weise der Verkabelung entscheidet sich nach den mit der Telekom zu erzielenden Vereinbarungen. Über die Fortschritte sollen die Bürger nun regelmäßig mit Aushängen informiert werden.

Und noch etwas wurde betont: Für die Planung und den Ablauf ist die Bedarfsermittlung wichtig. Darum werden alle Bürger gebeten, ihr Interesse möglichst bald mitzuteilen.