Ab 2. Mai werden wieder die beiden großen Kirchen der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai/Unser Lieben Frauen für Besucher zugänglich sein. Dass sie auch auf sachkundige Führer treffen, dafür sorgt die Arbeitsgruppe Offene Kirche. Diese tagt vier Mal in dieser bis Oktober geltenden Besuchssaison.

Von Roland Stauf

Burg.Die erste Zusammenkunft dieses Jahres fand vor wenigen Tagen statt. Joachim Gremmes, der die Arbeitsgruppe der 16 ehrenamtlichen Kirchenführer leitet, dankte der ausscheidenden Mimi Limberg für ihre Arbeit herzlich mit einem Blumenstrauß.

Im vergangenen Jahr zählte die Arbeitsgruppe in beiden Kirchen 3277 Besucher. Wie festgestellt wurde, ist die Zahl eigentlich noch höher, denn es kamen auch Besucher während der Zeit, in der die Kirchen offiziell nicht geöffnet waren. Besucherspitzen verzeichneten die Kirchenführer natürlich zur Museumsnacht und zum Tag des offenen Denkmals.

Die Arbeitsgruppe befasst sich regelmäßig mit Fragen, die von Besuchern gestellt werden. Diesmal informierte Joachim Gremmes über die Begehbarkeit der Türme, die zwar einen interessanten Blick über die Stadt bieten, aber zurzeit aus Sicherheitsgründen der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden können. Neue Aufgänge, die den gegenwärtigen sicherheitstechnischen Anforderungen genügen, seien für die Gemeinde nicht finanzierbar.

Weitere Arbeiten seien auch in der Nicolaikirche nowendig. Grund: Die Gemälde unter der Decke seien so empfindlich, dass man die Wände nicht mehr abfegen könne. Als erstes wäre eine Fixierung notwendig, aber auch die sei unbezahlbar. Doch die Malereien seien erfasst worden, das Material liege der Kirchengemeinde vor, und Fotos und Informationsmaterial stehen den Besuchern in der Kirche zur Verfügung.

Die Arbeitsgruppe entstand auf Initiative des damaligen Pfarrers Joachim Gremmes. Nach der Wiederinbetriebnahme der Nicolaikirche im September 1990 und der Einführung der Straße der Romanik im Jahr 1993 wurde sie gebildet. Das Ziel bestand darin, die Kirche für Besucher zuverlässig offen zu halten. Die ersten Dienstberatungen fanden bei Erika Beinhof statt. Noch heute erinnern sich die Mitglieder der Arbeitgruppe gern an die Zusammenkünfte im "Café Beinhof", wie sie es scherzhaft nennen.

Seit 2006 gibt es die gemeinsame Arbeitsgruppe, die im Gemeindehaus tagt.

Bis Ende Oktober sind die beiden Kirchen montags bis freitags von 15 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet, die Nicolaikirche zusätzlich auch noch donnerstags und sonnabends von 10 bis 12 Uhr.