Der Nabu in Blumenthal plant, eines seiner Häuser zu einer Herberge umzubauen. Zunächst wurde das Projekt durch die Genehmigungsbehörde im Landkreis abgelehnt. Doch das scheint keine endgültige Entscheidung zu sein.

Blumenthal. Für 34 Besucher will der Nabu auf seinem Gelände in Blumenthal eine Übernachtungsmöglichkeit einrichten. Geplant ist, das Haus 2 von einem Seminargebäude hin zu einem Zentrum für Naturtourismus zu erweitern. Derzeit sind in dem Gebäude ein Schulungs- und ein Heimatraum, ein Büro sowie eine Bastel- und Modellküche der Umweltbildung untergebracht. Sieben bisher ungenutzte Räume sollen zu Mehrbett-Zimmern umgestaltet werden. Außerdem soll der bestehende Sanitärbereich saniert werden. Ein entsprechender Antrag wurde beim Bauordnungsamt des Landkreises gestellt. Und zunächst abgelehnt.

"Wir prüfen neben den bautechnischen auch die planungsrechtlichen Aspekte eines Vorhabens", erklärte Lutz Grasse, Leiter des Bauordnungsamtes in Genthin. Bei der Prüfung zeigte sich, dass im Flächennutzungsplan der Stadt Burg für das Nabu-Areal als "naturräumlich sensibles" Gebiet eine Beherbergung von Gästen nicht vorgesehen ist. Damit musste der Landkreis den Nabu-Antrag vorläufig ablehnen.

Im Zuge der Genehmigungsprüfung wurde auch die Stadt Burg eingeschaltet. Bürgermeister Jörg Rehbaum und das zuständige Sachgebiet Stadtplanung reagierten und sagten dem Nabu zu, den Weg frei zu machen, einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen, erklärte Mitarbeiterin Elke Gebser. Zum jüngsten Stadtrat wurde ein Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes gefasst. Nun beginnt das Verwaltungsverfahren, das etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird. Das Planexemplar muss öffentlich ausgelegt und die Interessen Dritter einbezogen werden.

Von Seiten der Bauaufsichtsbehörde im Landkreis gibt es Signale, den Nabu-Antrag auf die Umnutzung der Räume und den Umbau zu genehmigen: "Wenn die Stadt Burg den Flächennutzungsplan erweitert und für den Nabu den Herbergsbetrieb als Sondernutzung einarbeitet, haben wir als Genehmigungsbehörde keine Bedenken", erklärte Grasse.

Der Nabu will etwa 30000 Euro in den Umbau des Hauses 2 stecken. Dafür hatte Vereinsvorsitzender Klaus-Dieter Krüger auch Fördermittel beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte beantragt. Diese wurden genehmigt. Wegen der Verzögerung wird Krüger die 23000 Euro zurückgeben müssen, da er in der vorgegeben Frist bis zum 31. Mai keinen genehmigten Bauantrag vorlegen kann. Im nächsten Jahr ist eine erneute Beantragung der Fördermittel nicht möglich, da das entsprechende Programm ausläuft. "Wir müssen die Finanzierung über Drittmittel und Eigenleistungen schaffen", so Krüger.

Das Nabu-Konzept ist ausgerichtet auf Umweltbildung. Der Natur- und Erlebnispark soll auch für Gäste aus der Ferne attraktiver werden. "Wir wollen unsere internationalen Beziehungen, zum Beispiel eine Partnerschaft nach Frankreich, vertiefen", erklärte Krüger. Darum konzipierte der Verein die Übernachtungszimmer, die vor allem von Schulklassen genutzt werden sollen.