Viele Burger waren schockiert, als der historische Obelisk auf dem Markt auf allen vier Seiten mit blauer und schwarzer Farbe beschmiert wurde. Jetzt scheint eine Möglichkeit gefunden, wie der Sandstein gereinigt werden kann.

Burg. Am Donnerstag waren mit Egbert Krüger, der in Möser einen Trockeneisbetrieb hat, und seinem Geschäftsparmer Wolfgang Keil aus Berlin zwei Experten vor Ort, die testeten, ob die Schmierereien mit dem Verfahren der Trockeneisreinigung beseitigt werden können.

"Bei der Trockeneisreinigung werden Trockeneispellets, das sind gefrorene Kohlensäurepillen, mittels Druckluft beschleunigt und auf die zu reinigende Oberfläche gestrahlt", erklärt Krüger das Verfahren.

Der Test am Donnerstag verlief unter den Augen von Maik Stachowiak vom Burger Bauamt. Zuerst wurde die blaue Farbe am Sockel des Denkmals bestrahlt. Dann waren die schwarzen Schriftzüge an der Reihe. In beiden Fällen löste sich die Farbe, auf dem hellen Sandstein blieben aber sichtbare Stellen zurück. "Um ein einheitliches Bild zu erzielen, müsste nach der Entfernung der Farbe der Obelisk komplett noch einmal behandelt werden", schätzte Stachowiak ein. Anschließend müsste der Sandstein versiegelt werden, um gegen einen eventuell erneuten Farbanschlag gewappnet zu sein. Laut Stachowiak soll in der nächsten Woche entschieden werden, ob nach dem Testlauf die Firma Krüger den Auftrag erhält, den Obelisk komplett zu reinigen.

"Für meinen Sohn Sascha und mich ist es eine Herausforderung, nachdem andere, wie man gehört hat, abgewinkt haben, was die Reinigung des Obelisken betrifft", erklärt Krüger. Zur Technologie war vom Trockeneishersteller zu erfahren, dass die Reinigungswirkung erzielt wird, indem beim Auftreffen der Trocken-eispellets mit Schallgeschwindigkeit die Farbe gelöst und quasi zu Staub wird. "Die niedrige Temperatur der Trockeneispellets macht die Farbe spröde und führt zu Rissbildung. Damit gelangt Trockeneis auch unterhalb des Belages. Das Trockeneis dringt durch den Belag und verdampft augenblicklich, was eine etwa 800-fache Volumenausweitung mit sich bringt. Durch diese explosive Reaktion wird der Belag von der Oberfläche abgehoben", so Krüger.

Der beschmierte Obelisk ist der vorläufige Höhepunkt des in der Kreisstadt immer mehr zunehmenden Vandalismus mit der Spraydose. Seit 1. Januar hat die Polizei etwa 50 Schmierereien in der Kreisstadt registriert. In fünf Fällen konnten Täter ermittelt werden.