Plakate an Schildern sollen künftig Radfahrer, die auf dem Elberadweg unterwegs sind, auf mögliche Behinderungen durch Schafhutung auf dem Deich hinweisen. Im Rahmen der Frühjahrs-Deichschau auf dem Abschnitt zwischen Hohenwarthe und Ihleburg stellte Reinhard Kürschner, Flussbereichsleiter Genthin des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), die Plakate gestern in Schartau vor.

Schartau. Die Hinweisschilder, die bei Schafhutung auf dem Deich eine Umleitung ausweisen, sollen in Zusammenarbeit mit den Radweg-Rangern der Genthiner QSG aufgestellt werden, so Kürschner gestern. Er sagte auch, dass die Schäfer zukünftig die Krone des Deiches, auf der die Radler unterwegs sind, verstärkt auskoppeln werden, um die Radtouristen weniger zu behindern. Dafür sollen die Schafe mehr Platz auf den Deichschutzstreifen bekommen, die auf einer Breite von fünf Metern am Deich verlaufen.

Das Problem Radfahrer/Schafe sei aber im Burger Raum weniger akut als im Genthiner Elbbereich, so Kürschner. "Weil bei uns die Wege schlecht sind, haben wir weniger Radtouristen", ergänzte der Ihleburger Ortsbürgermeister Josef Woska, der unter anderem an der Deichschau teilnahm. Die Schau, die entsprechend des neuen Landes-Wassergesetzes zukünftig nur noch einmal im Jahr, im Frühjahr, stattfinden soll und die gestern auf zwei Elbabschnitten, links der Schartauer Fährstraße bis Hohenwarthe und rechts der Fährstraße bis einschließlich Ihleburg, durchgeführt wurde, war vor allem nochmalige Bestandsaufnahme der Schäden und Probleme, die sich aus dem Hochwasser im Januar ergeben haben.

Kürschner sagte, dass das Hochwasser vom Januar 2011 von vielen unterschätzt worden sei. Der höchste Pegelstand des jüngsten Hochwassers von 7,25 Meter (Tangermünde) sei in der Geschichte nur zweimal übertroffen worden: 1920 (7,36 Meter) und 2002 (7,68 Meter). "Damit waren wir nur einen knappen halben Meter unter dem Rekord-Höchststand", bilanzierte der Hochwasser-Experte. Aber auch 2010 sei für die Elbe und die Deiche ein außergewöhnlich belastendes Jahr gewesen. Kürschner: "Wir hatten sieben kleinere Hochwasserwellen." Aktuell liegt der Wasserstand jetzt einen halben Meter unter dem Mittelwasser, so dass für diese Jahreszeit relativ wenig Wasser da sei.

Während des Januar-Hochwassers sind, so Kürschner weitere, verschiedene Schäden an den noch nicht sanierten Deichen des Burger Elbabschnitts aufgetreten: Sickerstellen gab es unter anderem bei Blumenthal und zwischen Niegripp und Schartau. Dort wurden die Sickerstellen mit Sandsäcken verbaut. Für Kürschner Beleg dafür, dass an den noch nicht sanierten Deichen etwas getan werden muss.

Mit Baumaßnahmen rechnet Kürschner allerdings frühestens 2012. Das wichtigste Projekt sei die Deichrückverlegung bei Hohenwarthe. "Aber wir haben auch andere Projekte in der Schublade", so Kürschner. Bis 2020 sollen alle Deiche saniert sein, so die Vorgabe der Politik.

Bei der Deichschau erfolgte noch einmal der Hinweis an die Landwirte, Abstand zum Deich zu halten. "Es gab wieder jede Menge Fahrspuren viel zu nah am Deich", so Kürschner.

Auch wurde gefordert, dass der Schleusendeich Niegripp endlich einen Deichverteidigungsweg erhält. Dafür sei aber das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Magdeburg zuständig, hieß es.