Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II wurde Ende 2010 der Speicher Ladeburg saniert. Nun wurden die neuen Anlagen an dem Speicherbecken öffentlich übergeben. Die Bewirtschaftung übernahm zum 1. Mai im Auftrag des Landkreises der Gewässerunterhaltungsverband Ehle/Ihle.

Ladeburg. Die Sonne spiegelt sich auf der Wasseroberfläche, der Wind pfeift über das Biotop. Der Speicher Ladeburg präsentiert sich dem Besucher von seiner schönen Seite. Gestern wurde das sanierte Gewässer vom Landkreis nach den Arbeiten, die hauptsächlich im Herbst 2010 passierten, übergeben.

"Die Baukosten beliefen sich auf etwa 130000 Euro", erklärte Bernd Girke. Wie der Vorstand Bau und Umwelt des Landkreises sagte, wurden drei Vorhaben umgesetzt. Zum einen wurde das Einlaufbauwerk, in dem der Wasserstand reguliert wird, erneuert. Damit entfällt die händische Regulierung, die seit Jahren Ladeburgs Ortsbürgermeister Manfred Marwitz übernommen hatte.

Zum anderen wurde ein neuer Überlauf gebaut, über den im Ernstfall das Hochwasser ablaufen kann. "Die Feuertaufe hat der Überlauf im Januar bereits bestanden", erklärte Girke. Das Hochwasser lief wie geplant in das angrenzende Tosbecken und wurde von dort in die Ziepra und damit in die Ehle abgeleitet. Damit wurden die Dämme wie gewünscht vom Druck entlastet. Dritte große Maßnahme der Sanierung war die Fällung von Bäumen am Ufer. "Das Wurzelwerk gefährdete die Standsicherheit des Damms", erklärte dazu Bernd Girke. Der Landkreis steuerte zu den Gesamtkosten einen Eigenanteil von etwa 16000 Euro bei. Den Rest der Kosten übernahm das Land.

Inzwischen ist auch die Frage nach den Zuständigkeiten geklärt. Bis zur Sanierung kümmerte sich der Landkreis in Absprache mit der Stadt Gommern um die Bewirtschaftung, obwohl der Speicher Ladeburg als Talsperre nach bundesdeutschem Recht eingeordnet wurde, und damit in die Verantwortung des Landes fällt. Das wiederum lehnte mit Verweis darauf, nicht Eigentümer der Flächen zu sein, ab. "Mit der Fördermittelgabe hat das Land die Verantwortung für die Bewirtschaftung des Speichers an den Landkreis abgegeben", erklärte Karin Duckstein von der Wasserbehörde der Kreisverwaltung. Der Landkreis wiederum schloss in diesen Tagen mit dem Unterhaltungsverband Ehle/Ihle eine Vereinbarung über die Wartung und Betreibung des Speichers.

Das Gewässer fasst etwa 100000 Kubikmeter bei einem Dauerstau von 71,80 Meter über Normalnull. Der Überlauf liegt bei 73 Meter über Normalnull und wird genutzt, wenn mehr als 230000 Kubikmeter Wasser da sind. Der maximale Höchststand lag 1994 bei 370000 Kubikmeter.

Mit der Sanierung bleibt nur noch eine Aufgabe am Speicher. Um den Sauerstoffgehalt zu erhalten und das Speichervolumen zu erhöhen, soll das Gewässer entschlammt werden. Die geschätzten Kosten liegen bei 800000 Euro. "Wir haben einen Antrag auf EU-Fördermittel aus dem Topf der Wasserrichtlinie gestellt", erklärte Duckstein. "Auf der Prioritätenliste steht der Speicher Ladeburg jedoch nicht ganz oben."