Parchau/Burg. Nach dem Verbrennverbot im April mussten zahlreiche Bürger ihren Grünschnitt zu den öffentlichen Ablageplätzen und Annahmestellen des Kreises bringen. Der Bedarf war groß, der Platz jedoch gering, so dass viele Grünschnittsammelplätze überfüllt waren. Für die Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land (AJL) war der enorme Bedarf eine ganz neue Situation. "Der Andrang bei den Sammelstellen war sehr groß. Grünschnitt, Äste und Laub wurden deutlich mehr als in den vergangenen Jahren abgegeben", sagt AJL-Geschäftsführer Dr. Henning Gehm.

Die insgesamt 92 Sammelplätze im Jerichower Land und die Kleinannahmestellen in Burg, Genthin, Ziepel und Bergzow wurden mit Grünschnitt förmlich zugedeckt. "So einen Andrang wie in diesem Jahr habe ich noch nicht erlebt", hatte Hans-Jürgen Schulze, Verantwortlicher der Kleinannahmestelle in Burg, bereits Anfang April gesagt und auch der AJL-Geschäftsführer pflichtet ihm bei: "Es war ein besonderer und sehr arbeitsintensiver Monat."

"So einen Andrang habe ich noch nie erlebt"

In Folge des erhöhten Gebrauches der Sammelstellen legte sich die AJL einen neuen Lkw zu und stellte zwei neue Arbeitskräfte ein. Es wurde im Zwei-Schicht-System und auch am Sonnabend gearbeitet. "Wir haben uns bemüht, den 14-Tages-Rhythmus beizubehalten. Jede Sammelstelle sollte also einmal in 14 Tagen angefahren werden, was bei 92 einen enormen logistischen Aufwand bedeutet", erklärt Gehm. Im Monat April konnte es manchmal nicht bewerkstelligt werden, so dass größere Sammelstellen auch mal ausgelassen werden mussten. "Wir kennen ja unsere Plätze und wissen, wo denn möglicherweise noch mehr Volumen möglich ist", erklärt der AJL-Geschäftsführer.

Die größere Menge an Laub. Ästen und Grünschnitt brachte allerdings kein Problem bei der Verarbeitung mit sich. "Die Verarbeitungskapazität wurde noch nicht komplett ausgereizt, dementsprechend war die Menge an Grünschnitt noch gut zu verarbeiten", erzählt Gehm. 2000 Tonnen waren es bereits Ende März, die Zahlen für den Monat April lagen dem Geschäftsführer noch nicht vor. "Das gute Wetter im Januar und Februar machte es möglich, dass wir bereits damals gut abfahren konnten, aber für den April ist eine deutliche Steigerung zu erwarten", prophezeit Gehm.

Die Probleme mit einer illegalen Entsorgung des Grünschnitts, an Plätzen, die dafür nicht gedacht sind, wie beispielsweise am Rodelberg in Burg, waren keineswegs die Regel. "Das haben wir sehr selten erlebt. Ich war deutlich erschrockener darüber, dass viel belastetes Altholz abgegeben wurde. Zäune und zahlreiche Paletten von Gewerbebetrieben haben wir sehr häufig gefunden." Das sei in der letzten Zeit deutlich öfter passiert. "Gartenzäune sind aber kein Grünschnitt und deswegen in den Kleinannahmestellen abzugeben", macht der AJL-Geschäftsführer deutlich. Weiterhin sei ihm aufgefallen, dass viele Laubsäcke einfach nur abgestellt und nicht ausgekippt wurden. "Es wäre eine enorme Hilfe für uns, wenn das Laub ausgeschüttelt wird", betont Gehm.

Der diesjährige Ansturm auf die verschiedenen Sammelstellen wird in Zukunft wohl dazuführen, dass diese vermehrt eingerichtet werden. "Es werden mit Sicherheit noch welche dazukommen, wann und wo kann ich allerdings nicht sagen", erzählt Gehm.

Momentan ist das Gröbste vorbei, Strauchschnitt wird kaum noch abgegeben, so dass sich langsam wieder ein normaler Arbeitsrhythmus einpendelt. "Noch sind Sammelplätze gefüllt, doch die werden wir jetzt mit der Zeit abfahren", berichtet Gehm.

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