Der Burger Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung den Verkauf des Campingplatz-Geländes am Niegripper See an das Unternehmerpaar Andreas Paßlack und Steffi Donges ("Burger Flaschenpost") beschlossen (Volksstimme berichtete). Zusammen mit ihrem Geschäftspartner Dirk Schmundt aus Niegripp wollen sie zuerst in neue Sanitäranlagen investieren.

Niegripp. Drei Bewerber hatte es für das Areal, das zu einem Mindestpreis von 52 000 Euro zum Verkauf stand, gegeben. Zwei hatten vor dem Votum der Stadträte zurückgezogen, so dass die Investoren zum Zuge kamen, die auch die Verwaltung favorisiert hatte. "Das ging dann alles ziemlich fix", so Andreas Paßlack, der sich am Montag erstmalig mit Bernd Laue traf. Laue ist der Vorsitzende des 1993 gegründeten Campingvereins "Niegripper See" und vertritt 80 Dauercamper, die dort ihre Stellplätze haben und zu 80 Prozent aus dem Großraum Magdeburg kommen. Der Verein hat einen Teil des etwa 2,8 Hektar großen Geländes von der Stadt gepachtet, der Vertrag läuft bis 2016. Nun sind Andreas Paßlack und Steffi Donges die Ansprechpartner für Bernd Laue. "Eigentlich könnte alles so bleiben wie es ist, nur die Duschen und Toiletten sind ein großes Problem", so Laue. Seit Jahren gibt es ein Provisorium in Form von zwei Containern. Die sind zwar sauber, genügen heutigen Standards aber nicht.

Und darum will Andreas Paßlack auch 170 000 bis 200 000 Euro in die Hand nehmen und ein neues Sanitärhaus bauen, im Bereich des jetzigen Parkplatzes. Acht Duschen, 16 Toiletten, Waschplätze, Waschmaschine, Geschirrspülbecken, Entsorgungsstation für Che- mietoiletten und Behinderten-WC sollen in dem neuen Sanitärgebäude Platz finden, das dann auch für die Vereinscamper schneller zu erreichen sein wird als die jetzigen Container.

Im Herbst soll mit dem Bau des Sanitärhauses begonnen werden, so dass es ab der Saison 2012 genutzt werden kann. Bei den Planungen erweise es sich derzeit noch als Problem, dass es für das Areal keinen Bebauungsplan gibt. Andreas Paßlack ist aber optimistisch, dass Stadt und Landkreis gemeinsam einen Weg finden, damit die Baupläne ihre rechtlichen Grundlagen bekommen.

Noch in diesem Jahr soll die Zuwegung für das Areal geändert werden, die derzeit noch über ein benachbartes Grundstück erfolgt. Die Zufahrt soll dann direkt von der Straße auf das Campinggelände erfolgen. "Das Wichtigste ist natürlich, den Saisonbetrieb 2011 sicherzustellen", unterstreicht der neue Betreiber.

Außer den Vereinscampern gibt es auf dem Platz am Niegripper See weitere zehn Dauercamper. Ebenso stehen Plätze für Kurzcamper zur Verfügung, für die jetzt viel mehr Reklame gemacht werden soll, so dass der Platz in Burg und Umgebung wieder mehr ins Bewusstsein kommt. Auch die Badestelle wurde in den letztzen Jahren von den Burgern immer weniger genutzt. Die Stadt hat den Strandbereich nicht mitverkauft, so dass er allen offen steht - ohne Eintritt.

"Wir freuen uns auf die Tagesgäste", unterstreicht Andreas Paßlack. Perspektivisch plant er, die ehemalige Imbiss- und Verkaufseinrichtung wieder in Betrieb zu nehmen, um den Badegästen und Erholungssuchenden am Niegripper auch ein gastronomisches bzw. Versorgungsangebot machen zu können.

Die ersten Camper hatten in den 1970er Jahren ihre Zelte und Wohnwagen am Niegripper See aufgeschlagen, der zu DDR-Zeiten zum Naherholungsgebiet entwickelt wurde.