Ausführlich ausgetauscht wurden am Dienstagabend auf einer Informationsveranstaltung in Möser die Argumente für und gegen den beabsichtigten ländlichen Wegebau zwischen Lostau und Möser. Ein Konsens scheint machbar.

Lostau/Möser. Unstrittig ist unter den rund 50 Teilnehmern an der Informationsveranstaltung, dass zwischen den beiden Ortschaften eine vernünftige Radwegeverbindung geschaffen werden sollte. Das sehen auch die Anlieger der Möserstraße von Lostau so, die ein Aktionsbündnis geschlossen hatten, nachdem die Ausbauabsichten bekannt wurden. Die Anlieger befürchten, dass der drei Meter breite, asphaltierte Weg von Autofahrern als Schleichweg missbraucht werden würde. Ein normaler Radweg würde genügen und zudem kostengünstiger sein. Radfahrende Kinder seien durch rasende Autos nicht gefährdet. Für die Land- und Forstwirte sei der jetzige unbefestigte Weg ausreichend, so die Argumente der Gegegner des geplanten Projektes, die Günter Quisdorf noch einmal vortrug.

Der Bauingenieur Konrad Spiegler hatte zuvor die technischen Fakten des geplanten Ausbaus skizziert: Zwischen Möser und Lostau soll der vorhandene unbefestigte Weg begradigt und mit einem Schotterunterbau und einer Asphalt-Tragdeckschicht ausgebaut werden. Die Breite beträgt drei Meter mit jeweils 50 Zentimeter breiten Banketten. Die Ausbaustrecke umfasst 1675 Meter. Aller 300 Meter sind Begegnungsstellen auszubilden. Als Ersatz- und Ausgleichsmaßnahme für die Versiegelung sind straßenbegleitende Baumpflanzungen vorgesehen. Über 30 Linden sind im Gespräch. Die Kosten betragen rund 209 000 Euro. 75 Prozent beträgt die Förderung durch das Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung. Sie wird aber nur gewährt, wenn der Ausbau so erfolgt, dass auch Fahrzeuge der Forst- und Landwirtschaft den Weg nutzen können. Entstehen soll also ein multifunktional genutzter ländlicher Weg.

Bürgermeister Bernd Köppen hatte bei seiner Begrüßung ausgeführt, dass dieser Wegebau Bestandteil des Gebietsänderungsvertrages ist, der mit der Bildung der Einheitsgemeinde Möser unterzeichnet worden war. Außerdem hätten die Gemeinderäte am 14. Dezember des Vorjahres eine Radwegekonzeption beschlossen, die die Vernetzung der Ortschaften untereinander und die Anbindung des Hinterlandes an den internationalen Elberadweg als Tourismusmagneten herstellen soll.

Bürger aus Möser und Lostau setzten sich vehement für den Ausbau dieses Weges ein. Peter Hammer: "Wir haben den großen Vorteil, an dem wirtschaftlich bedeutenden Tourismus des Elberadwegs teilhaben zu können. Das sollten wir im Interesse unserer Gastronomen tun." Dr. Michael Krause: "Überall in Deutschland gibt es diese multifunktionalen Wege für die Radfahrer." Claudia Schmidt: "Alle wollen einen Radweg haben. Wir haben aber kein Geld dazu. Aber es gibt einen Fördertopf, in dem das Geld ist. Also holen wir es uns mit diesem multifunktionalen Weg."

Ein Anlieger berichtete hingegen, dass er letztens 17 Autos gezählt habe, die jetzt schon über den Weg fahren. Später werden noch mehr Autos zur Gefahr für die Fußgänger.

Klaus-Peter Grodde konstatierte, dass es bauliche Möglichkeiten gibt, den Verkehr auf dem Weg zu regulieren. Somit würde den Befürchtungen der Ausbaugegner Rechnung getragen. Das Planungsbüro sollte die Aufgabe erhalten, solche Möglichkeiten in das Projekt einzuarbeiten. Dann könnte in den öffentlichen Sitzungen der Ortschaftsräte, der Fachausschüsse und des Gemeinderates um eine einvernehmliche Lösung gerungen werden.

Die Hinweise von Friedrich Koop zu technischen Fragen und zum Verwaltungshandeln im Zusammenhang mit diesem Wegebauvorhaben sollten im Rahmen von Ratssitzungen näher beleuchtet werden, ist empfohlen worden.