Die Stadt Burg ist in großen Teilen in einer Zeit bebaut worden, als an eine individuelle Motorisierung noch nicht zu denken war. Die Straßen sind häufig so schmal, dass Autos nur in eine Richtung rollen können. Das bringt Umwege mit sich, an die man sich aber gewöhnt hat. Ein Problem ist aber vielerorts ungelöst: das Parkplatzproblem. Volksstimme-Leser haben die Redaktion darauf aufmerksam gemacht.

Burg. Besonders hart trifft es die Anwohner, seit Mitte Februar in der Grabower Straße und in der Pulverstraße gebaut wird. Hier werden neue Wasser- und Abwasserleitungen verlegt. "Seit dem Baustart sind die beiden Straßen beidseitig mit einem absoluten Halteverbot beschildert. Somit wurden die Anwohner gezwungen, ihre Fahrzeuge in der Zerbster Promenade abzustellen", berichtet Anwohner Bastian Hauser. Inzwischen sei, so Hauser weiter, die Grabower Straße in beiden Richtungen nicht mehr passierbar und nur noch für Baufahrzeuge freigegeben. Daraufhin sei auch die Zerbster Promenade mit einem absoluten Halteverbot, auch auf den Seitenstreifen, versehen worden. "Folglich ist nur noch die Pulverstraße, die zurzeit nur teilweise mit einem absoluten Halteverbot beschildert ist, als Parkmöglichkeit zu benutzen. Anders sieht es dann jeweils freitags zwischen 8 und 8.30 Uhr aus, denn dann gilt wieder beidseitig das absolute Halteverbot wegen Straßenreinigungsarbeiten", schildert Hauser das Park-Dilemma.

Auch wenn die Baustelle irgendwann Geschichte sein wird, sei es, so der Selbstständige weiter, höchste Zeit, dass die Burger Verwaltung ein Konzept entwickelt, wie die Fahrzeuge der Anwohner der Grabower- und Pulverstraße sowie der Zerbster Promenade untergebracht werden können, denn die Parkplatzsuche zum Feier-abend und am Wochenende sei inzwischen mit der Situation in einer Großstadt vergleichbar, hat der Volksstimme-Leser festgestellt.

Einen Vorschlag liefert Bastian Hauser gleich mit: Als Gelände für einen Parkplatz würde sich das Grundstück der alten Feldschlösschen-Brauerei anbieten. Dort könnte mit einem Abriss Platz für Autos geschaffen und anschließend die bisher zugeparkte Grabower Straße mit einem eingeschränkten Halteverbot beschildert werden, so dass das Be- und Entladen, das Ein- und Aussteigen gewährleistet bleibt.

Fast am anderen Ende der Stadt ist Joachim Haase Anlieger der Ecke Friedensstraße/Martin-Luther-Straße. "Hier herrscht zurzeit Park-Chaos", so Haase. Sowohl Anwohner als auch Kunden örtlicher Geschäftsleute würden oft kein Plätzchen für ihr Auto finden, da die Mitarbeiter der benachbarten "Burger Küchenmöbel" viele Stellplätze in den beiden Straßen blockierten, so Haase. Er meint, dass ein Großbetrieb dafür sorgen müsste, dass für die Mitarbeiter auf eigenem Gelände Stellplätze zur Verfügung stehen. Martin Schockwitz, Technischer Leiter der Betriebes, hat für die Anwohner-Kritik Verständnis und bittet noch um etwas Geduld, denn im Zuge umfangreicher Investitionen auf dem Betriebsgelände würden auch Mitarbeiter-Parkplätze geschaffen. Diese werden wohl Ende August zur Verfügung stehen.

So schnell wird sich das strukturelle Parkplatzproblem im Bereich Grabower-/Pulverstraße/Zerbster Promenade nicht lösen lassen. Stadtsprecher Bernhard Ruth sagte gestern dazu, dass es so gut wie ausgeschlossen sei, dass die Stadt das Privatgrundstück der alten Brauerei kaufen werde, um dort einen Parkplatz für die Anwohner einzurichten. "Es ist Sache der Hauseigentümer, Parkplätze für Anwohner zu schaffen", so Ruth. So stünde es auch in den Baugenehmigungen. Er geht davon aus, das sich die Situation im Bereich Grabower-/Pulverstraße/Zerbster Promenade nach dem Abschluss der Bauarbeiten für die Anwohner wieder entspannt. Der Stadt-Sprecher verwies darauf, dass in der Burger Innenstadt etwa 600 öffentliche Pkw-Stellplätze zur Verfügung stünden. Diese Zahl werde sich in Zukunft nicht wesentlich erhöhen.