Möser. Mit Eis gegen hartnäckige Farbflecke und Graffiti-Schmierereien - das soll funktionieren? Egbert Krüger und sein Sohn Sascha sind optimistisch. Erste Erfolge kann die junge Firma, die sich erst vor gut einer Woche in Möser etablierte, vorzeigen. Vor einem Markt in Möser verunstaltet seit einigen Wochen ein großer, weißer Farbfleck das Pflaster des Parkplatzes. Da rücken Mario Rogge mit seinem Arbeitsgerät und Egbert und Sascha Krüger mit dem Kompressor und dem Trockeneis an. Mit Druck von bis zu fünf Bar werden die kleinen Trockeneiskristalle mit Schallgeschwindigkeit auf den Farbfleck geschleudert, lösten die Farbe vom Untergrund, das Eis verdampft förmlich und kein Rückstand bleibt zurück, erklärt Sascha Krüger das Verfahren in einfachen, verständlichen Worten.

Eigentlich verbergen sich hinter dem neuen Dienstleistungsangebot zwei Firmen. Und das mache auch die Einmaligkeit des Unternehmens in Sachsen-Anhalt aus, so Sascha Krüger. Sein Vater ist mit der Trockeneis-Manufaktur für die Herstellung und den Vertrieb verantwortlich. Und die Firma Krügers Trockeneistechnik befasst sich mit der Oberflächenbehandlung.

Mit der Beseitigung des Fleckes in Möser sammelte Sascha Krüger weitere Erfahrungen. Beim ersten Versuch wollte der Fleck nicht so richtig weichen. "Das Eis war zu alt", erklärt er. "Bereits nach drei Tagen wird es zu weich und verliert an Reinigungskraft."

Damit dies möglichst nicht passiert, gibt es die Vater-Sohn-Kooperation.

Trockeneis ist die umgangssprachliche Bezeichnung für verfestigte bzw. gefrorene Kohlensäure mit einer Temperatur von minus 79 Grad Celsius. Während Kohlensäure in seinen gasförmigen Zustand ein normaler Bestandteil unserer Erdatmosphäre ist, der beispielsweise beim Ausatmen entsteht und von Pflanzen zur Photosynthese verwendet wird, kommt Trockeneis auf der Erde nicht natürlich vor und muss künstlich hergestellt werden.

Auf die Geschäftsidee kamen die beiden Männer durch einen Zeitungsartikel. Auch dort hatten sich Vater und Sohn mit der Trockeneisreinigung selbständig gemacht. Sascha Krüger war vor seinem Schritt in die Selbständigkeit Disponent im Transportwesen und Vater Egbert Krüger arbeitete als Kundenberater in der Fahrzeugbranche.

Ihre Chance auf dem umkämpften Markt und dem Risiko der Selbständigkeit sehen die beiden in ihrer Tätigkeit in einem Nischengeschäft, das eigentlich viele Möglichkeiten hat. Während das Trockeneis zum Beispiel im medizinischen Bereich oder in der Gastronomie zum Kühlen verwendet werden kann, ist seine Anwendung zu Reinigungszwecken viel umfassender als nur das Beseitigen von Farbflecken und Graffiti. Trockeneisreinigung ist unter anderem auch bei Druckmaschinen, in Chemietanks, bei Kehrmaschinen und Winterdiensttechnik, in der Lebensmittelindustrie oder bei der Säuberung von Rohrleitung anwendbar. Sascha Krüger verweist auf den Vorteil, dass bei dieser Technologie so gut wie keine Strahlreste zurückbleiben und dass sie völlig giftfrei ist. Ebenso verschwindet der weiße Farbfleck.