Auf der Sitzung des Möseraner Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend hatte die Leiterin der Grundschule Möser Gelegenheit, über die aktuelle Situation an der Schule zu berichten.

Möser. Der Ausschuss hatte die Grundschule als Versammlungsort nicht ohne Grund gewählt. In den nächsten Tagen begeht die Bildungseinrichtung ihren 20. Gründungstag. Das soll mit einem Tag der offen Tür und einem großen Fest gebührend gefeiert werden.

Schulleiterin Christine Tschischka stellte den Ausschussmitgliedern die Planungen für diese beiden Höhepunkte im schulischen Leben vor.

Schule begeht 20. Gründungstag

Am Tag der offenen Tür, der am 20. Mai stattfinden wird, befassen sich die Klassenstufen mit verschieden Projekten. Unter anderem können die Mädchen und Jungen der 1. Klassen ihre Ideen für die Schule der Zukunft in Wort und Bild fassen und ihre Traumschule entwickeln. In den 2. Klassen geht es um das Entdecken von Kinderspielen aus alten Zeiten. Kreativ zeigen sich die 3. und 4. Klassen, die ein Schuldmodell bauen und das Schulleben von heute dem von früher gegenüberstellen werden. Den Kindern können am Tag der offen Tür die interessierten Besucher von 8 bis 11.30 Uhr über die Schulter schauen.

Der 10. Juni ist der Termin für das Schulfest anlässlich des 20. Schulgeburtstages. Hier wird es eine Festveranstaltung und ein buntes Programm für Kinder und Erwachsene geben.

Christine Tschischka listete auf, dass diese Höhepunkte im Schulleben auch mit Kosten verbunden sind. So soll zum Jubiläum zum Beispiel ein Kalender herausgebracht werden, den die Schulkinder mit Bildern und Texten gestaltet haben. Rund 2000 Euro würde es kosten, so die Schulleiterin, 400 Exemplare drucken zu lassen. Am Schulgeburtstag und zum Festwochenende anlässlich der 2050-Jahrfeier von Möser soll dieser Kalender verkauft werden. Hüpfburg, Versorgung, Bastelmaterial und vieles andere werde gebraucht. In Summe kämen da rund 4400 Euro zusammen. Ob dieses Geld trotz Haushaltssperre zur Verfügung steht, ist die bange Frage der Schulleiterin, die zuvor auf einen weiteren, enormen Finanzbedarf hingewiesen hatte - den Schwimmunterricht. Laut Gesetz müssten Grundschulen diesen Unterricht vorhalten. Das kostet die Schule jedes Jahr rund 8000 Euro. 63 Kinder fahren in drei Gruppen zwölfmal nach Burg in die Schwimmhalle. Macht über 1400 Euro. Eine Stunde im Lehrschwimmbecken kostet 48 Euro. Die drei notwendigen Bahnen im großen Becken schlagen mit 90 Euro pro Stunde zu Buche. Hoffentlich erhöht die Burger Schwimmhalle die Gebühren nicht, ist Christine Tschischkas Sorge.

Die Möseraner Grundschule ist gut ausgelastet. Derzeit lernen in 14 Klassen 270 Schüler. Die Prognose der nächsten Jahre geht weiterhin von 13 bis 14 Klassen aus. Doch der Platz ist knapp in dem alten Backsteingebäude und in dem im Jahre 1998 fertig gestellten neuen Haus. Separate Horträume gibt es nicht mehr. Klassenräume sind auch Horträume, was damit verbunden ist, dass die Hortkinder nachmittags alles wieder abräumen und aufräumen müssen, was sie gebastelt oder gebaut haben.

Kinder aus Körbelitz sollen nach Möser

Schon im Vorjahr ist im Kulturausschuss und im Gemeinderat über eine Erweiterung der Schulkapazität debattiert worden. Das Ziel werde weiter verfolgt, informierte Fachbereichsleiter Hartmut Dehne. Damals ist unter anderem eine Lösung mit Containern in Erwägung gezogen worden. Doch mit Blick auf die Absicht, auf längere Frist alle Grundschüler der Ortschaften der Einheitsgemeinde auch in der Grundschule Möser zu unterrichten, scheint eine nachhaltigere Lösung besser zu sein.

Die Beschulung der Kinder aus Körbelitz - sie besuchen jetzt die Grundschule von Gerwisch - in der Möseraner Einrichtung ist kürzlich schon im Kulturausschuss erörtert worden. Hartmut Dehne machte klar, dass das kein Schnellschuss, sondern gründlich vorbereitet werden würde. In diesem Jahr handelt es sich um fünf Schulanfänger aus Körbelitz. In den Folgejahren sind es fünf, sechs bzw. drei Kinder.

Bürgermeister Bernd Köppen machte in diesem Zusammenhang klar, dass die Organisation der Grundschulen Gemeindeangelegenheit sei. Wenn es den politischen Willen gibt, die Körbelitzer Schüler nach Möser zu holen, wird der Landkreis gebeten, den Schulentwicklungsplan in dieser Richtung fortzuschreiben.

Auf jeden Fall bleibt die Erweiterung um drei oder vier Klassenräume auf dem mittelfristigen Programm. Dass es in der Schule zunehmend Kinder mit Behinderungen und auch Hochbegabte gibt, macht den Platzbedarf nur noch deutlicher, weil sich phasenweise getrennter Unterricht notwendig macht.

Die Gelder, die die Schule unabdingbar braucht, werden auch in Zeiten der Haushaltssperre zur Verfügung stehen, sicherte Bürgermeister Bernd Köppen zu. Im Haushalt für dieses Jahr sind 20000 Euro für Beschäftigungsmaterial und Lernmittel eingestellt. Und Schule sei Pflichtaufgabe, so der Gemeindechef. Auf die Frage von Ausschussmitglied Gerhard Ritz, ob die aufgezählten Beträge zusätzliche Kosten seien, verneinte die Schulleiterin. Das seien alles Kosten im geplanten Rahmen.