"Vorhang auf und Manege frei für die Kinder!" Seit mittlerweile fünf Jahren macht die Grundschule im Schloss Möckern einmal im Jahr so richtig Zirkus. Dieser Zirkus heißt "Kunterbunt", hat ein farblich dazu passendes kleines Zelt, und gestern war wieder einmal großer Auftritt für alle.

Möckern. Rund 80 Kinder hatten gestern in dem kleinen, kunterbunten Zirkuszelt zuerst mächtig Lampenfieber und danach Herzklopfen - vor Aufregung und vor Stolz: Es war geschafft, man hatte es allen so richtig gezeigt! Der Applaus dauerte scheinbar ewig.

Die Zirkus-AG der Grundschule Möckern hat mehreres im Sinn: Eines davon ist sicherlich der riesige Spaß, den das Mitmachen bereitet. Aber dann sind da diese anderen Auswirkungen auf die kleinen Mitstreiter: Etwa ein deutlich gestiegenes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, eine verbesserte Körperbeherrschung und das spielerisch erlernte Sozialverhalten in einer Gruppe.

All das war auch gestern im Zirkuszelt allgegenwärtig, als die Kinder ihre beiden Vorstellungen gaben. Erst am Vormittag vor den Schulkameraden, dann am Nachmittag vor Mama, Papa, Oma, Opa und allen, die dabei sein wollten.

Mit immer wieder neuen Kindern macht sich Schulleiter Detlef Tamler an die Arbeit mit den Kindern. "Einige sind von der ersten bis zur vierten Klasse dabei, andere versuchen sich nur ein Schuljahr in der Zirkus AG", berichtet Detlef Tamler, der selbst wie ein Zirkusdirektor gekleidet ist, die Ansagen aber den Kindern überlässt. Es geht schließlich um das Selbstbewusstsein der Kinder, auch vor vielen Leuten.

MKK-Tanzgruppe dabei

Erstmals in diesem Jahr dabei sind Kinder aus der Tanzgruppe des Möckeraner Karnevalklubs unter der Leitung von Sabrina Beck. Bei der Tanznummer mischten sich Tanzkinder und Mitglieder der Zirkus AG.

Als Schulleiter Detlef Tamler vor gut fünf Jahren an die Grundschule im Schloss Möckern kam, hatte er die Idee der Zirkus AG schon im Gepäck und konnte auf langjährige Erfahrung an seinem vorherigen Arbeitsplatz zurückgreifen. Die Idee seiner "Arbeitsgruppe Zirkus" wurde bestens von den Kindern angenommen. Ziel ist, dass jeder, der mitmachen will, auch mitmachen darf. Einfach ist das nicht immer. Aber irgendwie kann dann doch jedes Kind dabei sein. Je nach Interessenlage verwandeln sich die Kinder in Dompteure oder Löwen, in Clowns oder Muskelprotze, in Zauberer oder Drahtseiltänzerinnen.

Sieht nur leicht aus

Jonglage und Artistik sind die besonders anspruchsvollen Elemente im Zirkus. "Auch wenn einiges ziemlich leicht aussieht, wir haben ganz schön lange an den einzelnen Nummern gearbeitet", versichert der Zirkusdirektor zu Beginn der Show. "Das ganze Jahr haben wir uns darauf vorbereitet." Nur nebenbei bemerkt: Einiges im Verlaufe der Vorstellung sieht ganz schön kompliziert aus, aber die Kinder erledigen ihren Auftritt, als wäre das alles kinderleicht...

Sicher, es ist viel Spaß im Programm enthalten, etwa wenn vier Muskelprotze es nicht schaffen, eine Kiste wegzutragen auf der mit Kreide "200 Kilo" geschrieben steht. Erst die kleinsten Clowns schaffen es, nachdem sie vorher die Nullen weggewischt haben...

Sponsoren wichtig

Zum wiederholten Male durften die "Kunterbunt"-Zirkusleute ihr Zelt auf dem Amtshof Möckern der Familie Graf vom Hagen aufbauen. Von solcher und anderer Unterstützung lebt das ganze Projekt immer wieder. Auch das Zelt selbst konnte nur mit Hilfe von Sponsoren angeschafft werden, der Aufbau erfolgt mit Hilfe von Eltern, und auch die Kostüme und das Material für die einzelnen Nummern können nicht aus der Luft gezaubert werden.

Einige Nummern wiederholen sich mit den Jahren, räumt Detlef Tamler gerne ein. Beispielsweise die Löwenkostüme oder die Pappmaschee-Pferdchen können ja nicht für nur einen Auftritt angefertigt werden. Aber dennoch ist das Programm jedes Jahr anders. Nicht zuletzt, weil die Kinder stets wechseln.

Auch im kommenden Jahr dürfen sich die Möckeraner also darauf freuen, wenn es wieder heißt: "Manege frei für den Grundschulzirkus Kunterbunt!"

   

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