Spinnen, Skorpione und Riesentausendfüßler waren am Sonnabend in der Begegnungsstätte am Volkshaus in Gommern zu bewundern. Das lockte zahlreiche Besucher nicht nur aus der Ehlestadt an.

Gommern. Am mutigsten sind die Kinder, wenn es darum geht, mal so eine Vogelspinne anzufassen. Diese Erfahrung hat Thomas Sperlich gemacht, der seit vielen Jahren solche wirbellosen Tiere züchtet und seit etwa drei Jahren mit seiner Ausstellung in ganz Deutschland unterwegs ist. "Die Vorbehalte kommen erst mit dem Erwachsenwerden, oder aber es sind die Erwachsenen, die den Kindern schon anerziehen, sich vor Spinnen und Insekten zu ekeln", sagt der bei Torgau lebende junge Mann.

Erwachsene haben Berührungsängste

Auch die Frauen halten sich eher zurück als die Männer. "Wenn in einer Gruppe einer den Anfang macht, trauen sich auch andere", stellt der Züchter immer wieder fest. Wenn er nicht gerade züchtet oder mit der Ausstellung durchs Land zieht, wird er auch in Schulen oder Kindergärten eingeladen. Nicht mit allen Tieren, sondern einer Auswahl.

Ekel hin oder her, die Angst, an einem Vogelspinnenbiss zu sterben, sei jedenfalls unbegründet, sagt Thomas Sperlich. "Die Wirkung des Giftes ist mit der einer Wespe vergleichbar." Allerdings sind die Fangzähne der Vogelspinne um einiges größer als so ein Wespenstachel, das mag schon etwas mehr schmerzen.

In der Begegnungsstätte Gommern, die sonst eher Kaninchen- und Taubenausstellungen beherbergt, hat Thomas Sperlich mit seinen Helfern gut 70 Terrarien aufgebaut.

In 50 davon krabbeln Spinnen diverser Herkunft in verschiedenen Farben und Größen. In den anderen 20, teils beleuchteten Glaskästen haben sich Insekten versteckt. Nicht jedes davon ist so leicht zu entdecken, wie der gut 30 Zentimeter große Riesentausendfüßler oder große wackelnde Schaben, die keiner gerne in der Küche haben mag.

Haltung von Spinnen meist unproblematisch

Gottesanbeterinnen und Stabheuschrecken haben sich der Natur - und somit auch den Pflanzen im Terrarium - so gut angepasst, dass sie von vertrockneten Ästen oder grünem Laub fast nicht zu unterscheiden sind.

Generell ist die Haltung von Vogelspinnen unproblematisch, erklärt der Züchter, der auf den Ausstellungen auch verkauft. Die Tiere benötigen zweimal in der Woche lebende Heuschrecken und können im Normalfall im Wohnzimmerklima leben. Wichtig ist ein verschließbares Terrarium von mindestens 40 mal 40 Zentimetern, sagt Sperlich: "Wer ein solches Hobby starten möchte, sollte etwa 100 Euro kalkulieren. "Da sind dann die Spinne (gibt es ab etwa 20 Euro), das Terrarium (ab 30 Euro) und Erde und Pflanzen mit drin."

Weibchen sind im Handel teurer als die Männchen, sie leben dafür aber auch deutlich länger. Die Männchen werden etwa zehn Jahre alt. So können die Weibchen bis zu 30 Jahre alt werden, erklärt Sperlich. Zu dem Gerücht, dass die Weibchen die Männchen nach der Paarung fressen, erklärt er: "Tatsächlich ist den Weibchen das Fressen wichtiger als die Paarung." Die Tiere müssen daher sonst einzeln gehalten werden. Wenn es denn doch geklappt hat mit dem Liebesakt, dann ist mit bis zu 1000 kleinen Spinnen zu rechnen. Auch die futtern sich erst einmal untereinander durch. "So ist das nun mal", kommentiert Sperlich. Gut 90 Prozent des Nachwuchses sterben als Futter, entweder für die Geschwister oder andere Tiere.

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