Das Kreiskrankenhaus Burg wird heute an das telemedizinische Schlaganfall-Netzwerk (TASC) in Sachsen-Anhalt angeschlossen. Damit soll die Versorgung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall verbessert werden. Wie das funktioniert, erklärt Professor Paul Janowitz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Redakteurin Anja Guse.

Volksstimme: Was verbirgt sich hinter dem TASC-Netzwerk?

Prof. Paul Janowitz: TASC steht für Telemedical Acut Stroke Care, was in etwa so viel wie telemedizinische Hilfe bei Schlaganfall heißt. Es zielt darauf ab, Krankenhäuser, die über keine eigenen neurologischen Behandlungsplätze für die umfassende Notfallversorgung von Schlaganfallpatienten verfügen, telemedizinisch mit einer solchen Stroke-Care-Unit zu verbinden.

Volksstimme: Wie kann einem Patienten geholfen werden?

Prof. Janowitz: Bisher mussten Patienten aus dem Jerichower Land, die einen akuten Schlaganfall erlitten, in eine mit Stroke Care Unit ausgerüstete Klinik in Magdeburg überwiesen werden. Durch die Anbindung an das Netzwerk kann die umfassende Notfallversorgung zukünftig auf telemedizinischem Wege vor Ort im Burger Krankenhaus erfolgen. Das ist für die Patienten unter Umständen lebensrettend oder bewahrt sie vor schweren Behinderungen.

Volksstimme: Warum ist die Anbindung für Burg so wichtig?

Prof. Janowitz: Das Zeitfenster für eine effektive Behandlung von akuten Schlaganfällen, bei denen ein Blutgerinnsel die Sauerstoffversorgung des Gehirns unterbricht, beträgt maximal drei Stunden. Die Diagnose des Schlaganfalls bedarf deshalb unbedingt eines Experten, eines spezialisierten Neurologen, wie er nur in entsprechenden Stroke Units rund um die Uhr verfügbar ist. Durch die Anbindung an das Netzwerk wird dies für die Burger Klinik sicher gestellt.