Die Einheitsgemeinde Möser wird die Abwasserbeseitigung in die Hände des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WWAZ) geben und dem Verband auch das Anlagenvermögen übertragen.

Lostau/Schermen/Möser. Das Ziel ist nicht neu. Bereits im Dezember 2010 hatte der Haupt- und Finanzausschuss entschieden, sich mit der Neustrukturierung der Abwasserentsorgung zu befassen. Dieses Thema ordnete sich in die Bemühungen der Gemeinde ein, die defizitäre Haushaltslage zu entspannen. Die Abwasseranlagen belasten den Haushalt noch mit enormen Baukrediten. Zudem legt ein Leitbild des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt weit größere Einzugsgebiete fest. Für die Gemeinde Möser ist eine Angliederung an die Landeshaupstadt Magdeburg vorgesehen. Diese könnte auch zwangsweise angeordnet werden. Jetzt liegt die Entscheidung noch bei der Gemeinde Möser. Man kann sich also noch selbst seinen größeren Partner suchen. Mit der Kooperation soll natürlich auch die Gebührengestaltung für die Bürger insgesamt positiv beeinflusst werden.

Als erste Ortschaftsräte hatte sich vor einigen Tagen die Lostauer und die Schermener mit diesem Thema zu befassen. Lostaus Ortschaftsratmitglied Klaus-Peter Grodde erläuterte, wie es zur Wahl des WWAZ gekommen ist. Eine Arbeitsgruppe hatte sich von verschiedenen Zweckverbänden und Stadtwerken über deren Angebote und Vorstellungen informieren lassen. Unter anderem ist auch mit den Magdeburger Stadtwerken, mit Heidewasser und dem Burger Wasserverband gesprochen worden.

Aus diesen Konsultationen hat sich der WWAZ als der geeignetste Partner herauskristallisiert. Bürgermeister Bernd Köppen ist in der Folge damit beauftragt worden, mit dem WWAZ konkrete Vertragsverhandlungen zu führen. Ein Vertragsentwurf liegt nun vor.

Er wird nach Lostau und Schermen nun auch in den Ortschaftsräten von Hohenwarthe, Körbelitz, Pietzpuhl und Möser sowie im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss und im Hauptausschuss erörtert. Ziel ist es, dass die Gemeinderäte auf ihrer Sitzung am 21. Juni eine abschließende Entscheidung fällen.

Gültig wäre der Vertrag dann für alle Ortschaften der Gemeinde, außer für Schermen. Diese Ortschaft ist Mitglied des Burger Wasserverbandes. Alle anderen Ortschaften regelten ihre Abwasserentsorgung selbst oder bedienten sich Servicepartnern. Mitglieder von Verbänden sind sie nicht. Dennoch hatte Schermens Ortsbürgermeister Heinrich Bartels auf der Ortschaftsratssitzung bekundet, dass auch Schermen mittelfristig dem WWAZ beitreten würde, wenn dies möglich ist.

Im Vertragsentwurf mit dem WWAZ sind auch Aussagen über die Abwassergebühren getroffen. Es ist festgesetzt, dass ab dem 1. Januar das Gebiet der Gemeinde Möser Teil der öffentlichen Einrichtungen zur zentralen und dezentralen Schmutzwasserbeseitigung ist und eine einheitliche Gebühr für alle Einwohner kalkuliert wird. Sie beträgt bei der zentralen Abwasserbeseitigung 2,54 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kommt eine jährliche Grundgebühr in Höhe von 90 Euro.

Damit, so die Aussage von Klaus-Peter Grodde, der auch Mitglied der Arbeitsgruppe war, würden die Abwasserkosten in allen Ortschaften sinken. Nur in Lostau würden sie um fünf Cent pro Kubikmeter steigen. Das macht bei einem Jahresverbrauch von 100 Kubikmeter Abwasser (übliche durchschnittliche Menge eines Haushaltes) fünf Euro aus.

Das Anlagenvermögen in der Gemeinde Möser ist von einem Magdeburg Fachbüro bewertet worden. Zu diesem Anlagenvermögen gehören rund 50 Kilometer Hauptkanal, etwa 21 Kilometer Abwasserleitungen, 30 Hebestellen bzw. Pumpwerke und etwa 2600 Hausanschlüsse. Dies alles trägt einen Restbuchwert in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro. Dieser Restbuchwert wird vom WWAZ bei Vertragsabschluss an die Gemeinde Möser gezahlt.