Burg. In der Aula des Burger Roland-Gymnasiums ist Probe für das Theaterstück "Unsere kleine Stadt" von Thornton Wilder angesetzt. Torsten Hintersass, Lehrer und Leiter der Theater AG, begrüßt rund 20 Schüler. Zuerst das Organisatorische: Um welche Zeit soll die erste Generalprobe beginnen? Für und Wider werden abgewogen. Wer steht an der Garderobe? Wer schenkt den Sekt aus? Wer braucht Premierenkarten? Wieviel Stühle brauchen wir auf der Bühne. Sind alle Namen richtig geschrieben? Alles wird abgesprochen und organisiert. Einige Kostüme sind noch nicht komplett, aber für die Probe genügt es.

Torsten Hintersass erzählt etwas über die Geschichte, während die jungen Akteure sich umziehen und das Bühnenbild entsteht. Die Theater-AG besteht am Gymnasium schon seit 18 Jahren. Das Stück "Unsere kleine Stadt" wird nun auf Wunsch von vielen Eltern, Lehrern und Schülern nach 18 Jahren wieder im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Gymnasiums aufgeführt.

Und Torsten Hintersass erzählt eine beeindruckende Geschichte. Damals, vor 18 Jahren, hatte man sich Kostüme aus dem Fundus des Magdeburger Theaters besorgt. Kurz nach der damaligen Aufführung kam die Darstellerin der Mrs. Webb, Diana Nabs, mit weiteren Mitgliedern der Theater-AG bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Hintersass sah später das Kostüm, in dem Diana Nabs gespielt hatte, wieder und schwor sich, es in den Besitz der AG zu bringen. Diesmal wird eine ehemalige Schülerin die Rolle der Mrs. Webbs übernehmen. Anika Dahlenburg, inzwischen Lehramtsstudentin in Hamburg, wird nun dieses Originalkostüm tragen. Christian Plate, einer der Förderpreisträger des Gymnasiums und auch ein Ehemaliger, wird die Rolle des Mr. Webb übernehmen. Hintersass betont, nicht alte Wunden wieder aufreißen zu wollen, doch die Mitwirkenden spürten schon: "Das wird keine normale Aufführung, sondern auch eine Hommage an die damaligen Akteure."

Torsten Hintersass über das Stück: "Es unterteilt sich in drei Akte, in denen die Zuschauer am Leben einiger Stadtbewohner - vorrangig der Emily Webb - teilnehmen können. Wir sehen Abschnitte des banalen Alltags mit seinen Höhen und Tiefen. Zu erleben sind unter anderem eine Hochzeit und eine Beerdigung als Höhepunkte eines menschlichen Lebens. Jeder kann an dem mahnenden Resümee einer Verstorbenen das eigene Dasein überdenken."

Die Premiere findet am Freitag um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums statt.

Der Eintritt ist frei. Karten gibt es im Sekretariat, Haus 1, und im Bürgerbüro der Stadt Burg.