Die Niegripper Chaussee in Burg gleicht in diesen Tagen einer Großbaustelle. Mittlerweile ist der zweite Bauabschnitt in vollem Gange. Mit Fertigstellung des Straßenabschnittes wird sich aber der Alleecharakter etwas verändern. In den nächsten Tagen müssen neun Ulmen gefällt werden.

Burg. Ein Großteil der Arbeiten ist bereits geschafft. Wie der zweite Bauabschnitt einmal aussehen wird, können Vorbeifahrende erahnen, wenn sie den ersten Teil am Ortsausgang passieren. Auch die Nebenanlagen mit Fuß- und Radweg sind fast fertiggestellt.

Das Gesamtbild wird nach Beendigung der Arbeiten jedoch etwas ungewohnt erscheinen: Gab es bislang eine durchgängige Allee von nahezu gleich großen Bäumen, muss diese nun unterbrochen werden. Auf der rechten Fahrbahnseite (Richtung Niegripp) müssen auf dem Abschnitt hinter der Eisenbahnbrücke bis zur Kreuzung Kantstraße neun Ulmen der Kettensäge zum Opfer fallen und die Stubben aus dem Erdreich gezogen werden.

Mehrere Fachleute haben nach Auskunft der Stadtverwaltung die Bäume in den vergangenen Wochen unter die Lupe genommen und seien zu diesem Schluss gekommen. Grund: Das Wurzelwerk der rund 80 Jahre alten Ulmen sei größtenteils so faul, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet sei, sagten Simone Kuschinsky und Wieland Günther vom Bauamt. Dies sei deutlich geworden, nachdem die Borde an die Bäume herangesetzt werden mussten. Im Rahmen des grundhaften Ausbaus (zusätzliche Verdichtungen waren erforderlich) wurden auch Haltewurzeln gekappt.

Ursprünglich sollte das so genannte grüne Baumtor so weit wie möglich erhalten bleiben. Dafür hatte sich der Stadtrat 2007 ausgesprochen. Beim ersten Bauabschnitt mussten vier Ulmen weichen sowie sechs kleine Bäume auf der gegen-überliegenden Seite (Stadtwerke). Mitglieder des städtischen Bauausschusses informierten sich jetzt vor dem zweiten Fällantrag vor Ort. "Die Bäume verlieren ihre Vitalität", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Clemens Engel, auf der jüngsten Sitzung. Auch der Artenschutzbeauftragte des Landkreises habe gestern der Fällung zugestimmt, sagte Simone Kuschinsky. Nicht zuletzt deshalb, weil laut Naturschutzgesetz derlei Arbeiten von März bis September ausgeschlossen sind.

Im Herbst werde es auf jeden Fall Nachpflanzungen geben, so Günther. Allerdings an versetzter Stelle.

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