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Kassenärztliche Vereinigung begegnet Mangel in der Region mit eigener Praxis Berliner Augenarzt behandelt an der Elbe

25.05.2011, 04:33

Magdeburg/Schönebeck/Burg (ak). Dem Augenarztmangel in der Region Magdeburg begegnet die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KV) jetzt mit einem ungewöhnlichen Weg. Die KV hat Praxisräume im Sana-Augenzentrum in der Ebendorfer Chaussee 47 angemietet. Dort arbeitet ein Berliner Arzt an zwei Tagen in der Woche. Jeden Mittwochnachmittag und jeden Sonnabend ist der Facharzt vor Ort.

"Das Angebot haben wir eingerichtet, weil in Magdeburg eine Ärztin ihre Praxis aufgegeben hat und die übrigen Ärzte nicht alle Patienten übernehmen konnten", erklärt KV-Vorsitzender Burkhard John. Doch das Angebot richtet sich nicht nur an Magdeburger Patienten. "Jeder, der den Weg nicht scheut, kann einen Termin vereinbaren. Und die gibt es im Moment noch zeitnah. Während Patienten bei etablierten Praxen zeitweise Monate auf einen freien Termin warten müssen, sind es bisher in der KV-Praxis zwei bis drei Wochen.

Doch warum muss ein Berliner Arzt nach Magdeburg kommen? John erklärt: "Unser großes Problem ist, dass wir keine Fachärzte finden." Die Zusammenarbeit mit dem Berliner Kollegen kam über Beziehungen zustande. Für den Arzt lohnt sich der Aufwand auch finanziell, "sonst würde er es sicher nicht machen", sagt John.

In den Regionen um Magdeburg herrscht gerade bei den Augenärzten seit langer Zeit eine Lücke zwischen Bedarf und Ist. In den Altkreisen Aschersleben-Staßfurt, Schönebeck und Anhalt-Bitterfeld fehlt laut Bedarfsplanung der KV je ein niedergelassener Arzt. Im Jerichower Land sind zwei offene Stellen zu besetzen.

Doch woran liegt es, dass kein Arzt gefunden wird? "Am Verdienst kann es eigentlich nicht liegen", sagt John. Da halte Sachsen-Anhalt den Vergleich mit dem übrigen Bundesgebiet stand. "Etwa die Hälfte der Medizinstudenten im Land kommen aus den alten Bundesländern und gehen dahin wieder zurück. Dann reizen größere Städte mehr als ländliche Regionen, und hinzu kommt, dass viele die Selbstständigkeit scheuen", so John.

Gerade darum hält er die Lösung in Magdeburg für ein gutes Mittel, um jungen Ärzten den Einstig in eine eigene Praxis zu erleichtern. "Wir mieten die Räume und Geräte, der Arzt kümmert sich um seine Patienten. Das ist eine gute Fahrschule, um zu sehen, dass auch die betriebswirtschaftliche Seite einer Praxis zu bewältigen ist."